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Meine Stadt Sind E-Scooter Fluch oder Segen?
Hannover Meine Stadt Sind E-Scooter Fluch oder Segen?
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18:53 26.09.2019
Hannover, 05.09.2019: Beispiel unerlaubter E-Scooter-Nutzung durch zwei Personen die auf einem E-Scooter durch die Fußgängerzone fahren. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Sind die E-Scooter in Hannover Fluch oder Segen? Diese Frage ist trotz langer Diskussion im Rat ohne Antwort geblieben. Etliche stört, „dass die Dinger überall rumstehen“, dass sich Unfälle häufen, dass sich Nutzer nicht an Regeln halten.

“Sind E-Scooter Ausdruck einer Wegwerfgesellschaft?“, fragte SPD-Fraktionsvize Lars Kelich. Dass die mit Batterie betriebenen Roller nach wenigen Monaten ausgemustert werden müssten, sei ökologisch nicht hinnehmbar. Kelich nennt die Verleihsysteme „bloß ein Nischenprodukt“.

Jede zweite Fahrt ersetzt Spaziergang

Die Diskussion hatte die Fraktion „Die Hannoveraner“ angestoßen. „Gute Idee, bei der Umsetzung viel Luft nach oben“, kommentiert Jens Böning die neue Form von Mobilität. In Hannover sei die Begeisterung einer „gewissen Ernüchterung gewichen“. Vielfach würden die Nutzer verbotenerweise auf Fußwegen oder zu zweit fahren. 47 Prozent wären die zurückgelegte Strecke laut Umfrage sonst zu Fuß gegangen. Bei nur acht Prozent ersetzen sie eine Fahrt mit dem Auto.

„Platz-, Energie und Zeit sparend“ – so beurteilt Felix Semper für die CDU den Trend. E-Scooter seien ein Beitrag zu Verkehrswende. Um das richtig beurteilen zu können, müssten mehr als die drei Monate seit der ersten Zulassung vergehen, argumentiert die SPD.

Sinnvolle Ergänzung zum Mobilitätskonzept?

„Mit einer Kilowattstunde Strom kommen Sie rechnerisch 40 Mal so weit wie mit dem Auto“, rechnete die Elisabeth Clausen-Muradian ihren Ratskollegen vor. Die Roller könnten eine sinnvolle und nachhaltige Ergänzung zum Mobilitätskonzept sein.

Pirat Adam Wolf meint, der Reiz des Neuen sei wahrscheinlich bald dahin – spätestens dann, wenn man bei längerer Fahrt kräftig durchgeschüttelt werde. „Ich hab’s probiert.“ Er setze auf Verständigung über Stellflächen – gerne auch am Stadtrand, am Fasenenkrug beispielsweise oder am Kronsberg.

Keine Katastrophe biblischen Ausmaßes

AfD-Ratschef Sören Hauptstein merkte Kritisches zu Herstellung und Haltbarkeit an. Wilfried Engelke erkennt den Spaßfaktor an, bittet aber um Einhaltung von Regeln. „Unsere ganze Stadt steht voll von Autos, Autos, Autos“, sagte süffisant Julian Klippert von der Fraktion. E-Scooter seien keine Katastrophe biblischen Ausmaßes.

Die Polizei Hannover hat in den ersten drei Monaten 15 Verkehrsunfälle und 71 Verstöße wegen einer fehlenden Pflichtversicherung registriert. Dabei wurden 13 Personen verletzt. In 13 Fääen hatten E-Scooter-Fahrer den Unfall verursacht. Einsatzkräfte stellten bei ihren Kontrollen fest, dass 38 E-Scooter-Fahrer unter dem Einfluss alkoholischer Getränke standen.

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Von Vera König

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