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Meine Stadt Sicherheitsdienste schützen Hannovers Friedhöfe
Hannover Meine Stadt Sicherheitsdienste schützen Hannovers Friedhöfe
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22:40 30.08.2010
Auf diese Wasserhähne hatten es die Täter auf dem Friedhof in Hannover-Lahe abgesehen Quelle: Elsnerq
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Die Stadt Hannover zieht Konsequenzen aus den erneuten Diebstählen auf Friedhöfen: Ein Sicherheitsdienst soll die Ruhestätten häufiger anfahren und kontrollieren. Am Wochenende hatten Unbekannte vom Friedhof Lahe neun Wasserhähne für jeweils 1000 Euro gestohlen (NP berichtete).

Sie wiegen zusammen 30 Kilo, wurden wohl von professionellen Metalldieben entwendet. In Ricklingen sind Grablampen gestohlen worden. Bereits im Juni hatte die Stadt Friedhöfe nach ähnlichen Diebstählen stärker kontrolliert.

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„Mittlerweile haben wir 30 Geschädigte“, sagt Polizeisprecherin Martina Stern. Die Lampen hätten ein Wert von etwa 300 Euro das Stück. „Einige lagen an einem Seitenausgang des Ricklinger Friedhofs an der Bergfeldstraße.“ Unklar ist, ob sie dort für einen späteren Abtransport deponiert wurden oder die Täter flüchten mussten und die Beute zurück ließen.

Seit drei Jahren betreibt Jan Wittrock in Hainholz einen Schrotthandel. Der 44-jährige Geschäftsmann versucht, nichts von einem Kriminellen zu erwerben. Das sei nicht immer einfach: „Eigentlich kaufen wir gutgläubig an, und wenn einer mit einem Wasserhahn ankommt, ist er nicht gleich zwingend verdächtig.“

Zurzeit gibts für ein Kilogramm Kupfer rund vier Euro. „Je höher der Ertrag, desto mehr Diebstähle“, sagt Wittrock. Er hat mehrere Sicherheitsvorkehrungen getroffen: „Wir lassen uns immer den Personalausweis zeigen.“ Außerdem überwachen sichtbare Kameras sein Geschäft. „Diebe lassen sich ja ungern filmen.“

Er appelliert auch an die Polizei, enger mit seiner Branche zusammenzuarbeiten: „Sie sollten uns über gestohlene Gegenstände schnellstmöglich informieren.“ Wenn Beamte ihn erst Monate nach der Tat befragen, „ist doch vorprogrammiert, dass man sich nicht mehr so gut erinnern kann“.

(Sebastian Scherer, Mirjana Cvjetkovic)