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Meine Stadt Sex-Opa: Mit 81 Jahren wieder in den Knast
Hannover Meine Stadt Sex-Opa: Mit 81 Jahren wieder in den Knast
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00:17 18.09.2016
Von Thomas Nagel
HARTNÄCKIGER RECHTSBRECHER: Wilhelm P. (81) kommt immer noch mit dem Gesetz in Konflikt. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Wilhelm P. saß insgesamt 46 Jahre im Gefängnis. Vergewaltigung und sexueller Missbrauch von Kindern sind seine schlimmsten Verbrechen. Mittlerweile ist der Mann fast taub und hat Herz- und Nierenprobleme. Sein Delinquenz-Niveau ist auf Ladendiebstahl herabgesunken.

Gestern hieß der Hauptvorwurf: „Verstoß gegen Weisungen während der Führungsaufsicht“. Der Senior hatte sich am 30. April 2015 die Fußfessel durchschnitten. „Er hat das getan, weil er sich schämte“, sagte Anwältin Susanne Frangenberg. Wilhelm P. musste wegen Herzbeschwerden in die MHH, er wollte nicht mit der Fußfessel in einem Vierbettzimmer liegen. In erster Instanz wurde er deshalb zu sechs Monaten Haft verurteilt. Später kam noch eine Strafe wegen Diebstahls (Lebensmittel im Wert von zwölf Euro) hinzu.

Seit seiner Entlassung aus der Sicherungsverwahrung 2012 ist Manfred P. immer wieder straffällig geworden. Er stalkte eine Schülerin (12), beobachtete Frauen auf der MHH-Toilette und beging immer wieder Ladendiebstähle. „Sie haben sich von allen Sanktionen unbeeindruckt gezeigt“, urteilte Richterin Goldmann.

Die Überwachung per Fußfessel kostet 1000 Euro im Monat. In Niedersachsen soll es zwei Verbrecher geben, die auf diese Weise überwacht werden. Der schwerhörige 81-Jährige konnte acht Tage ohne elektronische Fußfessel herumlaufen, ohne dass es die Sicherheitsbehörden gekümmert hätte.

Das Problem ist jetzt behoben: Im Gefängnis braucht „Opa“ keine Fußfessel.