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Meine Stadt Sehnde: Viel Wirbel um Windpark
Hannover Meine Stadt Sehnde: Viel Wirbel um Windpark
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06:16 11.07.2012
Von Thomas Nagel
ZEIGT VERSTÄNDNIS: Ortsbürgermeister Konrad Haarstrich steht auf der Fläche, auf der der Windpark entstehen soll. Quelle: Behrens
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Sehnde

Die Menschen in Dolgen und Evern (Sehnde) drehen am Rotor: In den Orten bildet sich eine Protestfront gegen einen geplanten Windpark. Etwa 14 Rotoren sollen sich künftig auf den Feldern drehen. Mehr noch: Dort soll eines der wenigen Testfelder in Deutschland für Windenergie entstehen.

„Die Orte sind gespalten zwischen Befürwortern und Gegnern“, sagt Konrad Haarstrich (CDU), Bürgermeister der Orte Dolgen, Evern und Haimar. Für viele Leute sei nicht einsehbar, dass in einem Gebiet mit 130 Meter hohen Kühltürmen des Kraftwerks Mehrum und fünf Hochspannungsleitungen auch noch rund 200 Meter hohe Windräder gebaut werden sollen. Noch habe sich keine Bürgerinitiative gegen den Windpark gebildet. „Aber im Rathaus Sehnde rechnet man damit“, meint Haarstrich. Er glaubt auch, dass die Investoren die südliche Teilfläche für den Windpark auswählen werden. „Der Ortsrat hatte sich für die nördliche Teilfläche ausgesprochen, weil die weiter entfernt ist von den Häusern“, meint der Ortsbürgermeister.

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Fest steht: Die Äcker zwischen Dolgen, Evern und Hämelerwald sind als Testgebiet sehr gut geeignet. „Dieses Testfeld ist ein regionales Leuchtturmprojekt im Klimaschutz“, so Axel Priebs, Umweltdezernent der Region. Zusammenmit Sehndes Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke (CDU), der Windwärts Energie GmbH und der Geonet Umweltconsulting GmbH wurde das Projekt im Sehnder Rathaus vorgestellt.

Auf dem Testfeld sollen die Speichertechnologie für Windenergie, die ideale Nabenhöhe und der ideale Rotordurchmesser entwickelt werden. „Dieses Gebiet ist wegen des vielen Windes typisch für einen Binnenstandort“, so Peter Trute von der Geonet Umweltconsulting. Gernot Hagemann von der Wirtschaftsfördergesellschaft Hannoverimpuls schwärmt: „Dieses Testfeld stärkt den Forschungsstandort Region Hannover.“ Ein solches Projekt locke auch qualifizierte Nachwuchskräfte an. Ein normaler Windpark tue das nicht.

Neben den sechs Testrotoren soll auch ein Windpark mit acht bis neun Windrädern entstehen. Das ganze Projekt dürfte ein Investi-tionsvolumen von rund 70 Millionen Euro haben. Noch sind Gutachten für den richtigen Standort und die Frage, wie sich das Vorhaben auf Zug- und Rastvögel auswirkt, notwendig.

Die Experten rechnen damit, dass sich die Rotoren im ersten Quartal 2015 drehen könnten. Die Region will im September die Änderung des Raumordnungsprogramms einleiten, dabei sollen auch die Bürger zu Wort kommen.