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Meine Stadt Schüler sollen mehr Wertschätzung für Reinigungskräfte zeigen
Hannover Meine Stadt Schüler sollen mehr Wertschätzung für Reinigungskräfte zeigen
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09:15 26.04.2018
Hannovers Schüler sollen Reinigungskräften mit mehr Respekt entgegentreten.
Hannovers Schüler sollen Reinigungskräften mit mehr Respekt entgegentreten.  Quelle: dpa
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Hannover

Sie wischen Staub, säubern die Toiletten, und räumen den Müll hunderter Schüler auf. Reinigungskräfte gehören zum Schulalltag – genauso wie Lehrer. Doch es gibt ein Problem: Reinigungskräfte sind für viele unsichtbar und erfahren in Schulen oft keinen respektvollen Umgang.

„Eine Mitarbeiterbefragung ergab, dass 45 Prozent der Reinigungskräfte sich nicht wertgeschätzt fühlen“, sagte Stefanie Scholz, Sachgebietsleitung im Bereich Gebäudereinigung, am Mittwoch in der Sitzung des Organisations- und Personalausschusses. Der Sache wurde nachgegangen: Inkognito machten sich zwei Bereichsmitarbeiterinnen getarnt als Reinigungskraft selbst ein Bild von der Sache. „Ihnen wurde der Müll vor die Füße geworfen“, berichtet Scholz von den Erlebnissen. Hinzukommt: Sie seien weder begrüßt, noch beachtet worden.

„Es sind Menschen, die dort reinigen"

Für den Fachbereich Grund genug eine Kampagne zu starten. „Es sind Menschen, die dort reinigen. Sie üben einen Beruf aus, der mit dem Putzen der Wohnung überhaupt nicht zu vergleichen ist“, stellte Scholz klar. Mit Werbeplakaten sollen Schüler auf das Problem aufmerksam gemacht werden. Damit die Kampagne auch ankommt, stehen Spielerinnen der Frauenmannschaft von Hannover 96 gemeinsam mit Reinigungskräften für mehr Sauberkeit ein. Denn: „Respekt ist nicht nur im Sport wichtig“, meint Scholz.

In den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram können die Schüler dann ihre Ideen für einen sauberen Schulalltag teilen – die besten drei gewinnen ein 96-Fußballtrikot. Für die Idee bekam die Sachgebietsleiterin viel Zuspruch. Wilfried Engelke (FDP) verleitete das zu einer Anekdote aus seinem Arbeitsumfeld in der Hausverwaltung: „Einer meiner Mitarbeiter wurde aufgrund seines Berufes nicht für voll genommen.“ Für ihn ist es deswegen umso wichtiger, dass Schüler früh lernen, dass jeder Beruf einen Anspruch auf Respekt verdient. Auch Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski fand lobende Worte für das Projekt: „Schüler werden so sensibilisiert.“

Aufstockung der Arbeitsplätze?

Ratsherr Arne Borstelmann (CDU) zeigte sich kritisch. „Schüler dürfen nicht stigmatisiert werden“, sagte er. Borstelmann ist selbst Lehrer und überzeugt, dass dieser Umgangston nicht für jeden Schüler spreche. Vielmehr sieht er Handlungsbedarf bei der Aufstockung von Arbeitsplätzen. „Häufig haben Reinigungskräfte zu wenig Zeit und können deswegen nicht gründlich genug arbeiten. Mit mehr Stellen könnte man ihnen mehr Zeit verschaffen.“ Ein Aspekt, der auch für andere Ratsmitglieder wichtig war. Eine Klärung wurde auf die Zeit nach der Sommerpause verlegt.

Mandy Sarti