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Meine Stadt Projekt: Schüler entwickeln Medien der Zukunft
Hannover Meine Stadt Projekt: Schüler entwickeln Medien der Zukunft
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16:39 18.09.2019
IGS Roderbruch: Tilman von Werthern vom Projekt „Faktenwerkstatt“ stellt die Ergebnisse einer Diskussion vor (zum Beispiel „Lokalnachrichten sind langweilig“). Fotos: Quelle: Behrens
HANNOVER

Wie sehen die Medien von morgen aus? Darüber haben sich Schüler der 9. Klassen an der IGS Roderbruch am Mittwoch Gedanken gemacht. Bei ihren Ideen spielt Technik eine große Rolle. So hat eine Gruppe das „Holo-Eye“ entworfen. Per implantierten Chip werden die Nachrichten direkt auf die Netzhaut gescannt. Eine andere Gruppe hat die „Dreamy News“ entworfen. „Im Schlaf werden die Nachrichten teleportiert. Am nächsten Morgen weiß man alles“, sagt Lana.

Der Verein „Politik zum Anfassen“ hat das Projekt „Faktenwerkstatt“ entworfen. „Als während der Flüchtlingswelle das Phänomen der Fake News aufkam, wurde uns bewusst, dass wir etwas für die Medienkompetenz der Schüler tun müssen“, erklärt Projektleiterin Gwendolin Güntzel. NP-Redakteur Thomas Nagel begleitete auf Einladung des Vereins das Projekt.

Kaum ein Schüler liest noch Zeitung

Und die Medienerfahrung der IGS-Schüler unterscheidet sich stark von der früheren Generation. Auf die Frage, wer zuhause noch eine Tageszeitung habe, gehen vier Finger zögerlich in die Höhe – bei 34 Schülern. Auch Fernsehen und Radio gehören nicht mehr zu den bevorzugten Informationsquellen der Schüler. Dafür klicken sie häufig Google-News oder Instagram.

Dreamy News: Diese jungen Frauen wollen im Schlaf informiert werden.

Erstaunlich ist, mit welcher Fantasie die Neuntklässler die Thematik angehen. Ein Jugendlicher plädiert für die „Newspille statt Newspaper“. Jeden Tag eine Tablette und man hat die wichtigsten Informationen im Körper. „Niemand hat Bock zu lesen“, erklärt er die Idee seiner Projektgruppe. Die Pille spare Zeit. Angst vor Nebenwirkungen, Datenmissbrauch und Manipulation haben die Schüler nicht.

Projekt will Schüler kritischer machen

Soziale MEdien: Die Schüler der 9. Klassen in der IGS Roderbruch informieren sich fast ausschließlich über internetbasierte Informationsträger.

Der Verein „Demokratie zum Anfassen“ will mit Planspielen bundesweit die politische Bildung vorantreiben. In der „Faktenwerkstatt“ gehe es darum, die Schüler kritischer gegenüber Informationsquellen zu machen, sagt die Projektleiterin. So habe man den Schülern erklärt, wie leicht Bilder im Internet manipuliert werden könnten und woran im Internet seriöse Quellen zu erkennen seien.

Die IGS-Schüler haben sich auch die NP angeschaut. Ihnen gefiel die verständliche Sprache. Sie bemängelten aber auch, dass die Zeitung wohl eher etwas für Erwachsene sei. Überwiegend sind sie der Meinung, dass gedruckte Nachrichten ihr Geld nicht wert und lokale Nachrichten uninteressant seien. Schließlich könne man die Informationen kostenlos im Internet bekommen.

Die NP in der Kritik: Die Schüler schauten im Rahmen der Faktenwerkstatt in die NP, die Bild und die Süddeutsche Zeitung. Quelle: Behrens

Auf Nachfrage räumt der eine aber auch ein, dass es bestimmte Informationen nur von Medien vor Ort gebe. David und Madeleine erzählen, dass sie sich für das Kriminalitätsgeschehen in ihrem Umfeld und Promigeschichten interessierten.

Von Thomas Nagel

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