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Meine Stadt Von S-Bahn auf Stadtbahn: Neuer Umsteigepunkt im Süden
Hannover Meine Stadt Von S-Bahn auf Stadtbahn: Neuer Umsteigepunkt im Süden
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16:34 01.11.2018
GEPLANT: Die Region möchte eine Umsteigeanlage in Waldhausen von der S-Bahn runter zum Straßenschienenverkehr bauen. Quelle: Wilde
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HANNOVER

Von der S-Bahn der Linien S1, S2, S5, S21 und S51 in die Straßenbahn der Üstra-Linien 1,2 und 8: Das soll durch die Umsteigeanlage im Stadtteil Waldhausen ab 2023 möglich sein. „Frühestens“, sagte Dirk Thäle, Leiter des Teams Infrastruktur Öffentlicher Personen Nahverkehr (ÖPNV) der Region Hannover, bei der Vorstellung der aktuellen Pläne am Donnerstag im Regionshaus. Durch verschiedene notwendige Genehmigungsverfahren könnte sich die Einweihung verschieben. Geschätzte reine Baukosten nach aktuellem Stand: 28,5 Millionen Euro, an denen sich das Land noch beteiligen soll.

16 Minuten schneller in den Deister

Sinn dieses Millionen-Projektes: Eine Verkürzung der Fahrzeiten für Einwohner der Stadtteile im Süden Hannovers. Um etwa neun Minuten verkürzt sich die Zeit nach Ricklingen und Süd-Linden, um gleich 16 Minuten in Richtung Deister, hat die Region errechnet. Fahrgäste der S-Bahn sollen in fünf Jahren oder später bequem und barrierefrei zu den Stadtbahnen der Üstra an der Station Döhrener Turm wechseln können – ein Plus auch zu Messezeiten, da Fahrgäste dann nicht erst zum Hauptbahnhof fahren müssen, um zur Messe zu kommen. Auf einer Länge von 660 Metern soll dazu im Bereich der Bregenzer Straße sowie der Riepestraße der Bahndamm Richtung Norden verbreitert werden, um dort einen Bahnsteig an der Eisenbahnbrücke errichten zu können. Aber: Die Stadt Hannover hat bereits gefordert, dass der Rad-und Fußweg nicht verkleinert wird. Deshalb wird die Fahrbahn für Autos schmaler.

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Inzwischen steht fest, dass diese Anlage auch wirtschaftlich ist, mit bis zu 9000 Umsteigegästen am Tag rechnet die Region. Damit wäre der fünfte Umsteigebahnhof in Hannover der am besten frequentierteste. „Die Nachfrage im Schienenpersonenverkehr erhöht sich in den letzten Jahren stetig. Wir erwarten, dass dieser Trend anhält“, so Klaus Geschwinder, Leiter des Teams Verkehrsentwicklung und Verkehrsmanagement der Region. Zum Vergleich für die Attraktivität der Umsteigemöglichkeit von S-Bahn auf Straßenbahn zog er den Bahnhof Fischerhof heran: Von 2007 bis 2015 stieg die Zahl der Nutzer um 2000 auf 5500 an.

Anwohner wollen keine Fällung der Bäume

Die barrierefreie Station mit Aufzug wird als Mittelbahnsteig zwischen den beiden nördlichen Gleisen der S-Bahnstrecke Hannover-Soest/Hameln angelegt, da dann nur das nördliche Gleis verschwenkt werden muss, so Andreas Tomm von der DB Netz AG. Die Brücke werde an dieser Stelle verbreitert. Eine von der beiden Treppen führt direkt zur Straßenbahnhaltestelle Döhrener Turm, der Aufzug ist weiter östlich.

Die geplante Umsteigeanlage ist allerdings nicht unumstritten, speziell bei den Anwohnern der Bregenzer Straße. Vor ihren Wohnungen gibt es entlang des Bahndamms eine historische Lindenallee, die in den 1930er Jahren gepflanzt wurden. Sie haben bereits eine Bürgerinitiative „Bürgerforum Bahnhof Waldhausen“gegründet, da sie die Fällung der Bäume befürchten, zumindest einen Teil von ihnen. Und tatsächlich: Planer Andreas Tomm von der DB-Netz AG berichtete am Montag, dass ein paar Linden wegen des Ausbaus gefällt werden, es aber Ausgleichsmaßnahmen geben werde. Aber auch sie macht die Anlieger nicht froh: Es handelt sich um eine drei Meter hohe Lärmschutzwand.

Von Andreas Voigt