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Meine Stadt Robin Wood startet Aktion gegen Massentierhaltung
Hannover Meine Stadt Robin Wood startet Aktion gegen Massentierhaltung
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16:29 27.07.2018
UNTERWEGS: Bis Sonntag fährt das Floß über die Ihme, danach gehts über Kanal und Weser weiter bis nach Bremen. Quelle: Fotos: Petrow
Hannover

Eigentlich ist der Zusammenhang leicht einzusehen, nur nicht so ganz offensichtlich: Je mehr Fleisch wir essen, umso stärker gefährden wir auch unsere Wälder. Mit ihrer Floß-Tour „Wald statt Wurst“ will die Umweltschutzorganisation Robin Wood auf die Folgen der Massentierhaltung aufmerksam machen.

Das Floß mit dem passenden Namen „Robina Wald“ fährt seit Freitag noch bis Sonntag zwischen den Anlegern am Wolfgang-Besemer-Ufer, am Ihme-Zentrum und am Strandleben hin und her. Die Crew baut Infostände auf, sucht das Gespräch mit Passanten und lädt zum Mitfahren ein. Eine Zeichnung auf dem das Floßdach bildende Transparent lässt von weitem die Botschaft erkennen: Ein Baum wird durch den Fleischwolf gedreht, heraus kommen Würstchen.

Verstärkung für den Klimawandel

„Die Massentierhaltung führt dazu, dass die Tiere mit Soja gefüttert werden müssen“, erklärt Robin-Wood-Sprecherin Ute Bertrand. „Für den Anbau dieses Sojas in Monokulturen werden in Südamerika riesige Flächen des Regenwalds gerodet.“ Ein weiterer Verstärkungseffekt für den Klimawandel.

Aber was vorne hineinkommt, kommt in anderer Form hinten auch wieder raus. Was zum zweiten großen Problem der Massentierhaltung führt: der Gülle. Erst vor wenigen Monaten klagten die Landwirte über eine Gülleschwemme, da wegen vom Dauerregen überfluteter Felder ein Ausbringen auf die Äcker nicht möglich war.

Landwirtschaft das "Problem Nummer eins"

Was für die Umwelt vielleicht gar nicht schlecht war. „Die Menge an Gülle führt zu einer Überdüngung des Bodens mit Nitrat“, so Bertrand. Das gehe über die Gewässer auch ins Trinkwasser, über das Grundwasser in die Bäume. „Die Landwirtschaft ist heute bei den Waldschäden das Problem Nummer eins“, betont die Umweltschützerin. „Die Bäume werden geschwächt, anfälliger für Schädlinge und Windbruch.“ Beides Gefahren, die durch den Klimawandel noch zusätzlich verstärkt werden. Zugespitzt formuliert: Die Wälder sterben nicht mehr am sauren Regen sondern an der Gülle.

Produktion aber hängt vom Verbrauch ab, und wenn weniger Fleisch verzehrt würde, würden auch weniger Tiere gemästet werden. Ein einfacher Zusammenhang, auf den die Robin-Wood-Aktivisten mit dem Floß als Blickfang hinweisen wollen. „Wir wollen auch dazu ermuntern, mal über den Fleischkonsum nachzudenken, vielleicht mal vegetarisch oder vegan zu kochen“, so Bertrand. „Nicht als Verzicht sondern als eine leckere Bereicherung.“

Von Andreas Krasselt

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