Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Riesen-Party: Tausende feiern bei der CSD-Parade in Hannover
Hannover Meine Stadt Riesen-Party: Tausende feiern bei der CSD-Parade in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:41 08.06.2019
Tausende feiern bei der CSD-Parade in Hannover. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Es ist die bunteste und schrillste Demo der Stadt: Tausende Menschen sind am Sonnabend beim Christopher Street Day (CSD) mit ihren Regenbogen-Fahnen durch die Innenstadt von Hannover gezogen. Bei lauter Musik feierten sie eine riesige Party und setzten zugleich ein Zeichen für schwule, lesbische und transsexuelle Menschen.

Viele skurrile Outfits bei der CSD-Parade

Viele Zuschauer warteten an den Straßenrändern auf die große Parade mit ihren zwölf Trucks, die fast drei Stunden in der Innenstadt unterwegs war. Ihre Route führte vom Opernplatz bis in die Südstadt, zum Maschsee und über das Steintor zurück zum Kröpcke.

Tausende feiern beim Christopher Street Day in Hannover

„Es sind ähnlich viele Menschen wie im vergangenen Jahr unterwegs – also etwa 20.000“, schätzte Cora Weiler vom Verein Andersraum, der den CSD zum zehnten Mal organisiert hat. Die Polizei kam am Nachmittag auf rund 10.000 Teilnehmer. Einige der Teilnehmer und Teilnehmerinnen hatten sich für diesen Anlass wieder in bunte und skurrile Outfits geworfen. So wie Sven (35), der streng genommen eigentlich nur einen Schlüpfer trug.

Er hatte dafür aber seinen ganzen Körper von den übrig gebliebenen Haarspitzen bis hin zu den Füßen in einem Grau-Glitzer-Ton mit Body-Painting-Farben angemalt und war einer der Hingucker beim CSD. „Damit habe ich heute um 9 Uhr angefangen und dreieinhalb Stunden dafür gebraucht“, erzählte der Hannoveraner. Und warum das Ganze? „Aus Spaß an der Freude.“

Sven (35) hat sich für den CSD komplett angemalt. Quelle: Priesemann

Viele Teilnehmer bei der Schwulen- und Lesbenparade wollten allerdings auch ein politisches Zeichen setzen. Für Marvin Schreiber (22) ist die Teilnahme am CSD Pflicht: „Es ist wichtig, dass wir uns nicht verstecken und zeigen, dass wir viele sind.“ Er habe bislang noch keine direkte Erfahrung mit homophober Diskriminierung gemacht und ist der Überzeugung, dass man sich als schwuler Mann nicht zurückziehen sollte. „Man sollte das frei ausleben und sich nicht etwas vormachen.“

Video: Das war die CSD-Parade

Doch obwohl es zuletzt einige Verbesserungen für gleichgeschlechtliche Paare gegeben habe, hätten noch immer viele Menschen mit Diskriminierung zu kämpfen – manchmal sogar gleich doppelt: „Wir haben uns deshalb entschieden, die Probleme von queeren Flüchtlingen und Migranten besonders in den Fokus zu stellen“, sagte Weiler. Gleich mehreren Reden behandelten dieses Thema.

Queere Flüchtlinge sind oft isoliert

So werde Flucht häufig als heterosexuell dargestellt, berichtete Kadir Özdemir (42) von Andersraum. „Queere Flüchtlinge sind eine Minderheit in der Minderheit. Sie haben mit einer ganz eigenen Diskriminierung zu kämpfen und sind isoliert.“ Sie seien etwa in den Asylunterkünften immer wieder Übergriffen vom Sicherheitspersonal oder anderen Flüchtlingen ausgesetzt. „Die weiße, queere Szene hat diese Notlage teilweise ausgenutzt“, kritisierte Özdemir. Für homo- oder transsexuelle Flüchtlinge und Migranten habe „Andersraum“ daher einen Rückzugsort geschaffen.

Hansmann will Hannover zur „Gay City“ des Nordens machen

Auch drei Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeister nutzten die Bühne am Opernplatz, um sich vorzustellen. Marc Hansmann (SPD) kündigte an, Hannover zur „Gay City“ des Nordens machen zu wollen. „Warum nicht mal ein Zebrastreifen in Regenbogenfarben oder ein schwules Ampelmännchen?“ Er stehe für Symbolpolitik, die müsse aber besser vorbereitet werden, als es beim oft kritisierten Genderstern der Fall gewesen sei.

Auch Belit Onay (Grüne) war mit der PR zum Genderstern nicht glücklich. Aber Sprache drücke auch immer eine Haltung aus, betonte er. Der parteilosen Kulturmanagerin Iyabo Kaczmarek ging es indes vor allem ums Netzwerken.

Von Sascha Priesemann

Bei einem Brand im Heideviertel in Hannover ist eine 22-jährige Bewohnerin schwer verletzt worden. Ihr Hund starb in den Flammen. Die übrigen Bewohner des Mehrfamilienhauses konnten sich ins Freie retten.

08.06.2019

Im Norden von Hannover hat in der Nacht zu Sonnabend der Dachstuhl in einem Einfamilienhaus gebrannt. Das Feuer brach während des Gewitters aus. Die Bewohner sind im Urlaub.

08.06.2019

Die Rote-Punkt-Aktion 1969 stoppte die Straßenbahnen der Üstra und verhinderte die geplante Fahrpreiserhöhung. Sie war der größte friedliche Massenprotest, der erfolgreich war.

08.06.2019