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Meine Stadt Revolverheld sendet Lichtblicke im Alltag
Hannover Meine Stadt Revolverheld sendet Lichtblicke im Alltag
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23:40 15.03.2019
Ließ lange auf sich warten: Revolverheld mit Sänger Johannes Strate ist endlich wieder auf Tour. Am Freitagabend in der Tui-Arena. Quelle: Franson
Hannover

Wer nicht im Oktober auf den Demos im Hambacher Forst war, musste auf ein Revolverheld-Konzert relativ lange warten: Spärlich trat das Pop-Rock-Quartett im letzten Jahr auf, unter anderem zur Unterstützung der Kohle-Demonstrationen im Rheinland. Und jetzt, fast ein Jahr nach dem letzten Album, sind die Hamburger wieder live unterwegs – in Emden ging Donnerstag die Tour los, zweiter Stopp ist Hannover, und die 11 000 Fans in der so gut wie ausverkauften Tui-Arena sind heiß auf ihre Jungs.

Als die Band vor 14 Jahren zum ersten Mal im Musikzentrum spielte, sagt Sänger Johannes Strate, „dachten wir, mehr geht jetzt wirklich nicht“. In Blumenhemden steht die Band oben auf der Bühne, „So wie jetzt“ und „Das kann uns keiner nehmen“ stecken den Sound ab: Drei Gitarristen führt Revolverheld traditionell, doch Freitagabend werden die Riffs eher in den Hintergrund gestellt, brachiale Synthesizerbässe und stampfende Percussion wandeln den Sound beim ersten Song ab — dennoch bleiben die alten Hits erkennbar und die „Oh Oh Ohs“ mitsingbar.

Lichtblicke im Alltag: 11 000 Fans feiern das Pop-Rock-Quartett Revolverheld in der Tui-Arena.

Revolverheld klotzt visuell

Riesige LED-Videowände zieren die Bühne, zeigen das Konzert aus mindestens drei Perspektiven gleichzeitig und reizen sonst ihre ganze Farbpalette mit beeindruckend designten Formen aus: Visuell klotzt die Truppe, wie sich das für eine Arenenband gehört – und deutschsprachige Gitarrenkombos, die über 10 000 zum Konzert locken, gibt es abseits von Revolverheld nicht mehr viele (eine weitere, Annenmaykantereit, bespielt am Sonnabend die Tui-Arena). Zwei Gastmusiker und Backgroundsängerinnen unterstützen das eigentliche Quartett, zwischen den Songs neckt sich die Kombo übers Proben und das Älter werden.

„Freunde bleiben“, „Ich lass für Dich das Licht an“ und „Das Herz schlägt bis zum Hals“: Ohrwürmer für die Dauerrotation liefern Revolverheld seit mehr als einem Jahrzehnt verlässlich, hier kann jeder mitsingen, der in den vergangenen zwölf Jahren mal ein Autoradio bedient hat.

Weichspül-Pop, abgestimmt auf Sorgen und Hoffnungen

Spießig, ja, Weichspül-Pop, ja, aber gut gemachter, immer abgestimmt auf die Sorgen, Hoffnungen und Alltagshürden von Millionen. Bei „Bands deiner Jugend“ fühlt sich jeder Nostalgiker angesprochen, „Spinner“ gibt jedem festgefahrenen Trott einen Lichtblick: Ausreißen aus dem Alltag, mal verrückt sein, mit Revolverheld als Soundtrack.

Im Musikzentrum, in das damals nur „acht zahlende Gäste“ kamen, muss so ein euphorischer Pop nicht zwingend funktionieren — es scheint fast, als bräuchten Revolverheld die Weite der Arena, um ihre so breit wie möglich angelegten Songs an die Massen zu bringen: Wie eine unter Laborbedingungen geschaffene Band für den größtmöglichen Massenappeal.

Am Freitagabend singen die Fans fast jeden Titel mit, von alten Titeln wie „Ich werd’ die Welt verändern“ bis zu denen vom jüngsten Album — genug Zeit, die Texte zu lernen, hat die Band ja zwischen den Tourneen gelassen.

Revolverheld lädt Fans auf die Bühne

Wie zur Entschädigung nach der langen Live-Abstinenz durften sich die Fans online Songs wünschen: Konzerte sind ja immer ein bisschen Dienstleistung. Aber mit Nähe: Zu „Sommer in Schweden“ lädt Revolverheld Fans aus den ersten Reihen auf die Bühne, um dort auf Kissen Platz zu nehmen. Den Song singt Strate mit Laura Bellon, die schon bei „Sing meinen Song“ mit ihm kollaborierte. Und damit sich das Warten auch wirklich gelohnt hat, bleibt die Band heute länger: Bis weit in den Freitagabend feiern Revolverheld mit ihren Fans. Die erste Zugabe „Liebe auf Distanz“ spielen sie dann sogar hinten in den Rängen.

Von Lilean Buhl

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