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Meine Stadt Rettungssanitäter aus Hannover hilft in Mosambik
Hannover Meine Stadt Rettungssanitäter aus Hannover hilft in Mosambik
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08:00 30.03.2019
IN WARTESTELLUNG: Johannes Danz (32) bereitet sich auch mental auf seinen beginnenden Einsatz in Mosambik vor. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Nach dem Zyklon Idai in Südostafrika breitet sich die Durchfallerkrankung Cholera in der zentralmosambikanischen Hafenstadt Beira weiter aus. Hilfsorganisation aus der ganzen Welt reisen mit Teams zur Unterstützung der örtlichen Kräfte an. Unter ihnen auch Johannes Danz aus Hannover.

Der 32-jährige ehrenamtliche Rettungssanitäter wird am Sonntagabend mit einem Schnelleinsatz-Team (FAST) des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) in Frankfurt an Bord eines Flugzeugs nach Johannesburg steigen, von dort weiter nach Beira fliegen. „Dort werden wir Montagnachmittag ankommen“, sagt er.

Ursprünglich sei ihr Einsatz in einem Ort etwa 100 Kilometer von der Hafenstadt entfernt geplant gewesen. Doch mittlerweile hat sich die Situation in Beira selbst derartig zugespitzt, dass ihre Unterstützung dort vermutlich wichtiger sein wird. Das Helferteam des ASB besteht aus sieben Mitgliedern, zum einen Techniker, die sich um die Installation mitgebrachter Trinkwasseraufbereitungsanlagen kümmern werden, daneben aber auch medizinische Fachkräfte, Ärzte und Rettungssanitäter wie Danz. Deren Aufgabe wird es sein, beim Eindämmen der Infektionskrankheiten zu helfen.

Einsatzteam wird örtliche Kräfte beraten

„Wir werden vor allem beraten“, sagt Danz. Die bestehenden Gesundheitszentren in Mosambik seien auf einen normalen Krankenhausbetrieb ausgerichtet. Für die Bekämpfung möglicher Epidemien seien nicht alle optimal aufgestellt. „Wir aber haben das trainiert“, so Danz. „Zusammen mit den einheimischen Ärzten werden wir erarbeiten, wie wir bei einem massenhaften Andrang von Patienten die Infrastruktur aufrecht erhalten können.“ Dabei sind so scheinbar einfache Fragen zu klären, wie die nach dem Umgang mit dem Krankenhausmüll. Der ist im Falle der Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Cholera ebenfalls hochinfektiös. „Dafür haben wir Lösungen“, versichert Danz. Die nicht aufgedrängt, aber in Absprache mit den Leuten vor Ort angeboten würden.

Sein Engagement für den Rettungsdienst begann mit dem Zivildienst. „Da bin ich so reingerutscht“, sagt er, „das hat mich gleich begeistert.“ Auch neben seinem Politikstudium fuhr er einmal in der Woche im Rettungswagen mit, als Nebenjob. Im Hauptberuf ist er mittlerweile Politikberater. Er leitet im Auftrag der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ein Beratungsprojekt für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Sein ehrenamtliches Engagement beim ASB Hannover-Stadt passt dazu: Er hat im medizinischen Bereich einer vom ASB betriebenen Flüchtlingsunterkunft in Uetze geholfen.

Helfer mit Herzblut

Seit mehreren Jahren gehört er aber auch der schnellen Katastropheneinsatztruppe FAST an. „Da kommen beiden Welten, die Entwicklungsarbeit und die Gesundheitsversorgung im Rahmen der humanitären Hilfe zusammen. Da steckt Herzblut drin.“ Doch der kommende Einsatz in Mosambik ist sein erster. „Ich habe mich zur Vorbereitung noch einmal intensiv in das Thema Infektionskrankheiten eingelesen“, erzählt Danz. „Aber wir haben im Team natürlich Spezialisten.“

Aktuell wurden in Beira laut Informationen der Deutschen Welle 139 an Cholera Erkrankte registriert. Angst, sich anzustecken? „Wir haben Respekt vor der Situation“, räumt der 32-Jährige ein. „Das ist keine einfache Umgebung. Wir müssen uns schützen.“ Gegen Cholera zum Beispiel mit einer Impfung, gegen Malaria verbreitende Mücken entsprechende Kleidung und nachts Moskitonetze. Aber in der Gegend gebe es auch die Tsetsefliege, berichtet Danz. „Wie wir erfahren haben, geht die auf farbige Kleidung.“ Die blaue Kluft der ASB-Helfer schien da unangebracht. „Wir haben spontan umgepackt und nehmen nun helle Kleidung mit.“

Wichtige Spendenkonten

Der Einsatz des ASB wird über die „Aktion Deutschland hilft“, einem Bündnis von 23 Hilfsorganisationen, finanziert. Spendenkonto: IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30, Stichwort: Zyklon Idai.

In Hannover hat sich indes auch ein Hilfsbündnis speziell für das ebenfalls von der Katastrophe betroffene Malawi gegründet (NP berichtete). Hintergrund ist die bestehende Städtepartnerschaft mit Blantyre und ebenfalls bestehende Hilfsprojekte in dem Land. Spenden an dieses Bündnis kommen gezielt diesen Projekten zu Gute. Spendenkonto: Freundeskreis Malawi e.V., Sparkasse Hannover, IBAN DE77250501800000233455, Kennwort: Zyklon Idai in Malawi.

Von Andreas Krasselt

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