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Meine Stadt Region Hannover will Leichenshow verbieten
Hannover Meine Stadt Region Hannover will Leichenshow verbieten
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19:09 06.11.2009
Nicht jedermanns Sache: Präparierter Menschenschädel. Quelle: Decker

VON ANDREAS VOIGT UND DIRK ALTWIG
HANNOVER. Wer die Leichenhalle betritt, in der ab heute rund 400 aufbereitete menschliche Körper und Körperteile gezeigt werden, muss sich an die Dunkelheit erst gewöhnen. Scheinwerfer von den schwarzen Wänden und kleinere Strahler oben auf den Vitrinen beleuchten gezielt die Ausstellungsstücke und Schautafeln – mehr Lichtquellen gibt es nicht.

Der Besucher geht über einen blauen Teppich im Zickzack-Kurs durch die Ausstellung, die insgesamt 2000 Quadratmeter umfasst. 9.000 Besucher erwartet Stephan Marschall vom Veranstalter Premium Exhibition aus Leipzig in den kommenden vier Wochen. Hannover ist die sechste und nach seinen Aussagen wohl auch letzte Station von „Echte Körper“.

Doch ob die Leichenausstellung im Britischen Pavillon im Expo-Park überhaupt öffnet, entscheidet das Gesundheitsamt der Region am Samstag. Hintergrund: Das niedersächsische Bestattungsgesetz verbietet die Ausstellung von Leichen und Leichenteilen. Ausnahmen können allerdings genehmigt werden.

Die Behörde will die Schau erlauben, wenn drei Vorgaben eingehalten werden: Der Veranstalter muss nachweisen, dass die Körperspender tatsächlich einer Ausstellung „für die allgemeine Öffentlichkeit“ zugestimmt haben. Außerdem dürften die Plastinate „nicht überwiegend zu wirtschaftlichen Zwecken“ dienen. Letzte Vorgabe: Die „Würde der Verstorbenen und das sittliche Empfinden der Allgemeinheit“ muss beachtet werden.

Am Freitagabend teilte die Region mit, dass sie nach Sichtung der eingeforderten Unterlagen beabsichtige, die Show zu verbieten. Für diesen Fall hat Ausstellungsmacher Stephan Marschall vorgesorgt: Rechtsanwalt Fritz Willig habe ein „juristisches Schriftstück“ vorbereitet. „Wird die Ausstellung verboten, gibts eine hohe Schadensersatzforderung“, sagte Marschall zur NP.
Der Ausstellungsmacher betonte, er könne die geforderten Nachweise vorlegen. Außerdem garantiere ihm das Grundgesetz Wissenschaftsfreiheit. Und dies stehe, so Stephan Marschall, über dem niedersächsischen Gesetz.

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