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Meine Stadt Digitalpakt: Was von den Milliarden übrig bleibt
Hannover Meine Stadt Digitalpakt: Was von den Milliarden übrig bleibt
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06:00 29.04.2019
DIGITALES LERNEN: Das Tablet auf der Schulbank soll bald nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sein. Quelle: dpa
Hannover

Es war ein zähes Ringen, bis der Digitalpakt endlich in trockenen Tüchern war. Doch nachdem der Bundesrat Mitte März endlich grünes Licht dafür gegeben hat, dass sich der Bund mit fünf Milliarden Euro an der Finanzierung der digitalen Schulwelt beteiligen darf – wofür es einer Änderung des Grundgesetzes bedurfte – geht es nun an die Umsetzung (Lesen Sie hier die Vorberichterstattung). Was das für die Region Hannover bedeutet, erklärte Dorothée Rhiemeyer, Leiterin des Fachbereichs Schule und Bildung der Region, vergangene Woche dem Schulausschuss.

Fünf Milliarden Euro – das klingt zunächst nach einer ganzen Menge. Auf die einzelne Bundesländer kommen so immerhin noch jeweils 470 Millionen Euro, die Länder satteln auf die Summe noch einmal zehn Prozent auf. Aufgrund des Verteilungsschlüssels werde die Region Hannover als Schulträger zehn Millionen Euro erhalten. Doch nicht alle Schulen, wie Ministerpräsident Stephan Weil etwas unpräzise verkündet hatte, werden in den Segen der Finanzspritze kommen. Es wird nach Größe differenziert, und sehr kleine Schulen dürften wohl leer ausgehen.

Voraussetzung Medienbildungskonzept

Aber etwa 80 Prozent der Schulen in der Trägerschaft der Region würden laut Rhiemeyer pauschal am Digitalpaket partizipieren. Sofern sie die Voraussetzung erfüllten, dürften sie jeweils mit etwa 30.000 Euro rechnen können. Allerdings müssten die Schulen selbst entsprechende Anträge stellen, die von der Region dann an das Land weitergeleitet würden. Voraussetzung für die Förderung ist aber die Erstellung eines Konzepts zur Medienbildung. „Das hat etwa ein Drittel schon, ein weiteres Drittel der Schulen ist gerade dabei“, so Rhiemeyer. „Es gibt da sehr unterschiedliche Modelle. Vielleicht muss man auch mal was ausprobieren, eventuell in kleinen Labs mit dem Medienzentrum der Region“, regte sie an. Auf jeden Fall würde die Region mit ihrem Medienzentrum jeder Schule bei der Entwicklung eines solchen Konzeptes helfen.

Doch nicht nur die Schulen müssen Hausarbeiten erledigen, auch die Schulträger sind gefragt. Sie müssen einen Medienentwicklungsplan aufstellen. Darin müssten wesentliche Fragen zu Beschaffung, Verwaltung, Pflege und Support von Soft- und Hardware geklärt sein. Etwa, ob jede Schule über einen eigenen Server verfügen sollte oder eine gemeinsame Cloud-Lösung sinnvoller sei. „Wir bauen einen ganz neuen IT-Bereich auf, den es so noch nicht gegeben hat“, betonte die Fachbereichsleiterin.

„Große finanzielle Anstrengungen“

Seit Anfang des Jahres sei die Region dabei, gemeinsam mit einem Beratungsinstitut einen solchen Medienentwicklungsplan zu erarbeiten. Im September solle das Konzept voraussichtlich vorgestellt werden. Die Bundesmittel werden für die anfallenden Kosten kaum ausreichen. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung würde der umfassende Digitalausbau an den Schulen Kosten von jährlich 261 Euro pro Schüler an Grundschulen und 402 Euro an weiterführenden Schulen verursachen. In einer Befragung rechnen fünf größere niedersächsische Städte sogar mit 785 Euro pro Schüler. Das wären für die Region insgesamt etwa 30 Millionen Euro.

Für bauliche Investition geht die Regionsverwaltung – als Trägerin zuständig für alle 14 Berufs-, 16 Förder- und zwei allgemeinbildende Schulen – von rund 15 Millionen Euro aus, plus vier Millionen jährlich für die Systemadministration. Dagegen seien die zehn Millionen des Bundes zwar mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein, so Rhiemeyer, „aber es kommen dennoch große finanzielle Anstrengungen auf uns zu.“

Kritik am schleppenden Glasfaserausbau

Zu den wesentlichen Zielen des Digitalpakts gehört auch ein flächendeckendes W-Lan-Netz an jeder Schule. Leistungsfähig kann das nur sein, wenn die Schulen auch eine Glasfaseranbindung haben, dabei hakt es noch. „Es ist schwer erträglich, dass erst 20 Prozent der BBSen am Glasfasernetz hängen“, kritisierte CDU Fraktionsvize Jan Dingeldey. Um das Ziel zu erreichen, alle Schulen mit Glasfaserkabeln auszustatten, habe die Region bereits ein Programm aufgelegt, erklärte Rhiemeyer und hofft, dass das Ziel bis Ende 2020 erreicht sein könnte. Doch auch das sei abhängig vom Land, „dessen Förderrichtlinien noch auf sich warten lassen.“

Von Andreas Krasselt

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