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Meine Stadt Rechte Demo und Gegen-Kundgebung in der Innenstadt
Hannover Meine Stadt Rechte Demo und Gegen-Kundgebung in der Innenstadt
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15:02 10.06.2018
Quelle: Drünkler
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Hannover

Hunderte Hannoveraner kamen heute am Georgsplatz zusammen, um gegen das „Bürgerbündnis Zeit für Deutschland“, eine rechte Gruppierung, zu demonstrieren. Die rechte Demonstrantion konnte nur deutlich weniger Teilnehmer zählen, etwa 60 waren gekommen.

Während sich eine Gruppe von etwa fünfzig Demonstranten vor dem Hauptbahnhof versammelte, deutsche Fahnen schwenkte und Hassparolen anstimmte, freuten sich die Initiatoren der Kundgebung „Kein Raum für rechte Parolen“ über eine gelungene Gegenaktion. Mit einem unfreiwilligen Spendenlauf gelang es den Veranstaltern, Geld für den niedersächsischen Flüchtlingsrat zu sammeln. „Für jeden Kilometer, den die rechten Demonstranten laufen, spenden uns die Unternehmen einen bestimmten Betrag“, erklärte Versammlunsleiter Thomas Domke (43). Für diesen guten Zweck setzten sich unter anderem Firmen, wie die Nass Magnet GmbH, MTU Maintenance und die Bildungsvereinigung Arbeit und Leben ein. „Wir freuen uns wirklich sehr darüber, dass die Aktion auf so viel positive Resonanz traf und können sogar auf weitere Spender hoffen“, so der Geschäftsführer des Flüchtlingsrats Niedersachsen, Kai Weber (57).

Marschiert sind die rechten Demonstranten dann zwar nicht, sie blieben auf dem Ernst-August-Platz stehen, der Erlös von etwa 3000 bis 5000 Euro komme den Flüchtlingen in Form von Rechtshilfe, Beratung zum Thema Familiennachzug und der Unterstützung von Projekten für Toleranz trotzdem zugute. „Hannover ist im Vergleich zwar liberaler und toleranter als viele andere Städte, dennoch mache ich mir um die Weiterentwicklung der rechten Bewegungen große Sorgen“, sagt Weber. 

Aus diesem Grund kam auch die 73-jährige Rentnerin Maria Soyere trotz der hohen Temperaturen auf den Georgsplatz: „Die Nazis werden immer lauter, die Geschichte wird relativiert und das ist nicht in Ordnung. Ich möchte etwas dagegen machen!“ Ebenso erging es der Studentin Alida Sievert (22): „Es ist mir wichtig, ein Zeichen zu setzen und für die Menschen einzutreten, die zu Unrecht verurteilt werden.“ 

Ein Zeichen zu setzen, ist den Demonstranten am Georgsplatz mit dem heutigen Tag gelungen. Als Torsten Hannig (56) in seinem Aufruf darüber sprach, dass „Rassismus, Ausgrenzung und Intoleranz in unserer Gesellschaft keinen Platz haben dürfen“ stimmten ihm hunderte Hannoveraner jubelnd zu, während ihre bunten Fahnen in der Sonne wehten. 

Kurz nach Beginn der Gegendemonstration hatten Linke versucht Richtung der Demo am Bahnhofsplatz zu gelangen. Die Polizei verhinderte ein Aufeinandertreffen. Danach blieb es friedlich.

Mareike Drünkler