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Meine Stadt Razzia bei Hanebuth: Anwalt will Vorwürfe „entkräften“
Hannover Meine Stadt Razzia bei Hanebuth: Anwalt will Vorwürfe „entkräften“
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15:25 21.11.2018
Frank Hanebuth im Steintorviertel. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Die Justiz ermittelt gegen Frank Hanebuth: Der Ex-Hells-Angels-Chef soll in eine Schutzgelderpressung verwickelt sein. Das Opfer ist ein Geschäftsmann aus Langenhagen. Seine Peiniger haben ihm mindestens zweimal ins Gesicht geschlagen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Hannover.

Die Erpressung soll seit Anfang 2018 laufen. Worum es dabei konkret ging, will die Anklagebehörde „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht sagen. Der körperliche Übergriff soll am 19. April stattgefunden haben. „Das Opfer hat keine Anzeige gestellt“, sagt Oliver Eisenhauer, Erster Staatsanwalt. Woher der Hinweis kam, sagt er nicht.

Hanebuth selbst äußerte sich zu den Tatvorwürfen der Schutzgelderpressung und gefährlichen räuberischen Erpressung nicht, sein Anwalt Michael Nagel betonte aber in Rücksprache mit seinem Mandanten: „Ich gehe davon aus, dass wir die Vorwürfe entkräften können.“

Verbindungen zu Hells Angels?

Die Staatsanwaltschaft ließ am Dienstag fünf Objekte in Hannover, Bad Münder, Langenhagen und in der Wedemark – das Anwesen von Hanebuth – untersuchen. Es handelt sich dabei um Wohn- und Geschäftshäuser. Verdächtigt werden insgesamt sechs Männer. Sie alle gehören den Hells Angels an.

Der Rocker-Boss war 2013 auf Mallorca festgenommen worden und hatte zwei Jahre in Spanien in Untersuchungshaft gesessen. Dort wurde ihm unter anderem die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Die Ermittlungen laufen weiter. Hanebuth bestritt stets die Vorwürfe. Nach seiner Rückkehr nach Niedersachsen heiratete er im Sommer 2017, ein knappes Jahr später eröffnete er eine Bar in Hannovers Rotlichtviertel Steintor. Bereits 2012 hatten Spezialeinsatzkräfte das Haus des „Hells Angels“-Chefs durchsucht und dabei einen Hund erschossen.

Von Fabian Mast