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Meine Stadt Raupenplage: Hannover ist angefressen
Hannover Meine Stadt Raupenplage: Hannover ist angefressen
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00:16 26.05.2013
EIN ÜBELTÄTER: Die Raupe des Großen Frostspanners frisst sich von April bis Juni durch Knospen und Blätter. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Von wegen gemütlicher Waldspaziergang… An langen Fäden hängen sie über Wald- und Radfahrwegen in der Eilenriede, im Georgengarten oder entlang der Ihme: Unzählige Raupen kriechen derzeit über Hannovers Bäume und Blätter auf der Suche nach Nahrung. Stadtsprecher Klaus Helmer weiß: „Im Augenblick treiben der Große und Kleine Frostspanner sowie der Eichenwickler ihr Unwesen“.

„Es ist so extrem, dass es schon lästig ist“, sagt ein Lindener. Der Rentner geht dreimal täglich mit seinem Hund am Ihmeufer spazieren. „Wenn ich nach Hause komme, sitzen die Raupen überall: im Haar und in der Kleidung. Das nervt“, berichtet er.

Auch im Knusperhäuschen sind die vielen Raupen mittlerweile zur Plage geworden. „Wir hatten deswegen teilweise schon weniger Gäste “, klagt Wirtin Susanne Louis. Kein Wunder: Die Tische und Stühle der kleinen Waldwirtschaft in Bischofshol stehen unter dem Blätterdach inmitten der Eilenriede. „Die Raupen fallen in Scharen von den Bäumen – den Gästen direkt ins Glas“, so Louis. Von vielen höre sie auch, dass Radfahren im Stadtwald kaum noch möglich sei ohne danach völlig von den winzigen Tierchen übersät zu sein.

Doch nicht nur die Menschen leiden, auch die Bäume. Riesige Löcher haben die Raupen in die frischen Triebe von Ahorn, Eichen oder Buchen gefressen. Zum Teil haben sie nur stärkere Blattrippen und Stiele übrig gelassen. Ganz kahle Bäume sieht man zwar noch selten, doch die Forstschädlinge sind ja bekanntermaßen fast unersättlich.

Laut Stadtsprecher Helmer bestehe jedoch kein Grund zur Sorge. Eine große Population an Raupen sei in dieser Zeit normal. „Wir haben es im Vergleich zu den letzten Jahren aber mit einer erhöhten Anzahl zu tun“, räumt er ein. In gewissen Zyklen gebe es jedoch immer Spitzen. „Um den 24. Juni kommt es zum sogenannten Johannistrieb“, erläutert der Stadtsprecher. Dann bilden die Bäume zum zweiten Mal neue Blätter aus. „Wenn das geschieht, sind die Raupen bereits weg, so dass neue Triebe ungehindert wachsen können.“ Den genervten Radfahren und Spaziergängern hilft das allerdings nur wenig.

Von Jana Meyer

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