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Meine Stadt So soll Hannover sauberer werden
Hannover Meine Stadt So soll Hannover sauberer werden
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00:20 30.09.2018
KEIN SCHÖNER ANBLICK: In vielen Straßenecken der Stadt sammelt sich der Dreck. Quelle: Foto: Kutter
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Die Diskussion war lang und leidenschaftlich. Am Ende aber stand im Rat die große Mehrheit zum Konzept für mehr Sauberkeit in der Stadt. Abfallfahnder werden illegal entsorgten Müll aufspüren, Straßenkehrer die City putzen, Ordnungskräfte mit auf Plätze und Grünanlagen achten. Für „Hannover sauber!“ soll der städtische Haushalt mit rund einer Millionen Euro jährlich belastet werden.

Das Bündnis von SPD, Grünen und FDP verbindet den Verwaltungsentwurf mit besonderen Akzenten. Auf der Wunschliste der Ampel steht beispielsweise ein öffentlicher Taubenschlag als ganz besonderes Pilotprojekt. Durch gezielte Ei-Entnahme, so die Hoffnung, lasse sich die Zahl der vielfach unerwünschten und viel Schmutz produzierenden Vögel eindämmen.

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Das Bündnis hätte außerdem gerne gelbe Tonnen statt der oft vom Wind verwehten oder von Krähen aufgepickten gelben Säcke. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Aha erhält einen Prüfauftrag zur Einführung dieser zusätzlichen Wertstofftonnen – ebenso wie einen für die Aufstellung größerer Abfallbehälter an Müllproblemgebieten wie dem Maschpark oder den Kiesteichen.

Die CDU-Fraktion forderte allerdings vergeblich, dass schon bei Erstverstößen gegen Müllsünder Sanktionen wie Bußgelder oder Platzverweise verhängt werden können. Zu viel „law and order“, fand FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke, musste sich aber sagen lassen, dass die englischen Wörter eben genau Recht und Ordnung bedeuten. Den Zustand also, den Rat und Verwaltung wie die meisten Bürger für erstrebenswert halten.

Die meisten – ausgenommen vielleicht die beiden Vertreter der Satire-Truppe „Die Fraktion“. Sauberkeit sei ihm ziemlich egal; es gebe wichtigere Themen, sagte ihr Vorsitzender Julian Klippert. Was einige im Rat empörte.

Mit ihren ganz speziellen Vorschlägen für Sauberkeit ging „Die Fraktion“ krachend unter. Krähen darauf abrichten, Müll zu sammeln – eine schöne Vision, mehr aber nicht, fand die Mehrheit. Illegal weggeworfenen Sperrmüll könnten die Krähen kaum entsorgen, war ein Argument auf den angeblich erst gemeinten Vorschlag. Nur eine Idee der Spaßvögel stieß auf Sympathie. Sie regen „Plogging” an. In der Trendsportart wird das Aufsammeln von Müll mit Jogging kombiniert. Das bringt etwas für die Muskeln und die Sauberkeit.

Eine noch gründlichere Abfuhr erlebte die AfD. Trotz erheblichen Vorlaufs in vielen Ausschüssen wollte sie das gesamte Konzept für mehr Sauberkeit noch mal in der Fraktion beraten. Nach einigem Hin und Her über die Rechtmäßigkeit dieses spät gestellten Antrags blitzte sie dann damit ab.

Von Vera König