Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Raschplatz: Stadt will Trinkertreppe abreißen
Hannover Meine Stadt Raschplatz: Stadt will Trinkertreppe abreißen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 26.04.2018
Soll weg: Die kaputte Treppe am Nordausgang der Passerelle. Seit Juli 2017 ist sie bereits gesperrt.
Soll weg: Die kaputte Treppe am Nordausgang der Passerelle. Seit Juli 2017 ist sie bereits gesperrt. Quelle: Foto: Petrow
Anzeige
Hannover

Nicht nur mit mehr Sicherheitspersonal und dem neuen Trinkertreff „Kompass“ will die Stadt die schwierige Lage am Raschplatz in den Griff bekommen. Sie hat auch angekündigt, dunkle Ecken – wo möglich – zu beseitigen. Am Nordausgang der Passerelle, nahe des Kunstwerkes „Die Frauen von Messina“, soll deshalb eine Treppe abgerissen werden.

Kaputt ist die schon länger, seit Juli 2017 sogar aus Sicherheitsgründen für Fußgänger gesperrt. Weil sowohl die Tragkonstruktion als auch der Treppenbelag stark beschädigt sind, wäre eine aufwendige und teure Betonsanierung notwendig gewesen. Die allerdings lohnt sich aus Sicht der Stadt nicht. Beobachtungen vor der Sperrung hätten ergeben, „dass die Treppe so gut wie nicht benutzt wird“, teilt die Verwaltung mit.

Trinkerszene hatte „jegliches Schamgefühl vermissen lassen“

Ein weiterer Problempunkt sei, dass unter dem Bauwerk ein „nicht gut einsehbarer Raum mit fehlender Sozialkontrolle“ bestehe. Der Bereich um die Treppe herum sei „laufend verschmutzt“ und werde „als Toilette zweckentfremdet“. Dort habe sich in den letzten Jahren „eine Szene von Trinkern und Drogenabhängigen angesiedelt“, die „ihrer Notdurft nachgehend trotz vorhandener Angebote im nahen Umfeld jegliches Schamgefühl vermissen lässt“, so die Stadt.

Das habe auch dazu geführt, dass kaum noch Fußgänger den Weg über den Nordausgang in Richtung Lister Meile wählten. Ziel sei es durch den Abriss der Treppe „mehr Licht und Luft“ in diesen düsteren Raum hinunter zu bekommen.

Von Christian Bohnenkamp

23.04.2018
26.04.2018