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Meine Stadt Radschnellweg nach Garbsen schon ab 2020?
Hannover Meine Stadt Radschnellweg nach Garbsen schon ab 2020?
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19:00 23.09.2018
Breit und Bequem: Niedersachsens erster Radschnellweg. Er ist in Göttingen angelegt worden. Quelle: Foto: dpa
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Hannover

Es gehe nicht um die Frage, ob gebaut werde. Es gehe darum, wo gebaut werde: Nach dem Radschnellweg Richtung Lehrte soll Hannover eine zweite schnelle Verbindung bekommen – nach Garbsen. Und Regionsverkehrsdezernent Ulf-Birger Franz geht davon aus, dass das auch klappen wird. „Wir wollen im kommenden Jahr mit den konkreten Planungen beginnen“, kündigt er an. In der zweiten Jahreshälfte 2020 könnten dann schon erste Arbeiten starten.

Obwohl sowohl Hannover als auch Garbsen klar für das Projekt waren, galt die Route als schwer umsetzbar. Das Naturschutzgebiet Leinemasch engte die Möglichkeiten ein. Die für Radschnellwege geforderten Standards, vier Meter breit, asphaltiert und beleuchtet, ließen sich kaum umsetzen. Stattdessen lässt die Region nun Alternativen um die Leinemasch herum prüfen: Sowohl nördlich davon als auch südlich über Letter, wo die Stadt Seelze mit an Bord wäre.

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Noch in diesem Jahr sollen die Untersuchungen von Gutachtern abgeschlossen werden. Sämtliche Varianten, die in Frage kommen könnten, hätten eine Länge von rund zwölf Kilometern.

Noch einige Hindernisse

Ein weiterer Aspekt, der den Bau des Radschnellwegs von Hannover nach Garbsen möglich macht: Das Land fordert für die Auszahlung der Fördermittel – bis zu 75 Prozent der Bausumme – die hohen Standards nicht auf der gesamten Strecke. Es genügt, wenn diese auf 50 Prozent der Route erreicht werden.

„Wir werden Kompromisse machen müssen“, sagt Verkehrsdezernent Franz. Allerdings würde es auch dort, wo die Kriterien für Radschnellwege nicht exakt umgesetzt werden können, spürbare Verbesserungen für Radfahrer geben.

Bis zum Bau gebe es allerdings „noch eine Menge Hindernisse“, die aus dem Weg geräumt werden müssten. Zum Beispiel die Unterquerung von Bahnstrecken sei „nicht ganz einfach“, so Franz. Die beteiligten Städte seien aber „sehr konstruktiv dabei“, um Lösungen für die Probleme zu finden.

Dass sich der Bau des Radschnellwegs lohnen wird, daran hat der Dezernent keinen Zweifel. „Garbsen ist die größte Umlandkommune. Zudem werden wir sowohl den neuen Maschinenbaucampus dort sowie die Wasserstadt in Limmer anbinden können“, erklärt Franz. Das mache die Strecke „sehr attraktiv. Wir rechnen mit viel Nachfrage“.

Von Christian Bohnenkamp

26.09.2018
23.09.2018