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Meine Stadt Radioaktive Kleingärten: Stadt zahlt bei Sanierungen
Hannover Meine Stadt Radioaktive Kleingärten: Stadt zahlt bei Sanierungen
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18:39 14.08.2018
Erhöhte Strahlung: Gemessen wurde sie in Kleingärten der Kolonien „Zur Guten Hoffnung“ und „Gut Grün“ in der List. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

In vier Kleingärten in der List haben Gutachter erhöhte radiologische Messwerte festgestellt – Hinweise auf Produktionsreste der Chemiefabrik Eugen de Haën. Ob die Gärten jedoch saniert werden müssen, wie das bereits auf größeren Flächen am De-Haën-Platz geschehen ist, ist laut Stadt noch unklar. In 13 Gärten, in denen lediglich ein Hintergrundwert im oberen Bereich gemessen wurde, sei aber keine Sanierung erforderlich.

Betroffen sind die Kolonien „Gut Grün“ und „Zur Guten Hoffnung“. Drei der vier Gärten weisen laut Stadt schwach erhöhte Werte auf. In einem Garten in der Kolonie „Zur Guten Hoffnung“ sei jedoch auf einem Teil der Fläche eine „hohe Direktstrahlung“ gemessen worden, sagt Stadtsprecher Dennis Dix.

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Gutachterbüro soll Gefahren beurteilen

Weitere Untersuchungen liefen, um „genauere Aussagen zu möglichen Bodenbelastungen machen zu können“. Das beauftragte Gutachterbüro werde „eine Gefahrenbeurteilung vornehmen und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen aussprechen“, erklärt Dix.

Sollte eine Sanierung nötig werden, müssten allerdings nicht die Kleingärtner dafür zahlen. „Mögliche Kosten übernimmt die Landeshauptstadt“, teilt Dix mit. Ihr gehören die betroffenen Flächen.

Auch chemische Produktionsreste möglich

„Die Kleingärtner können ruhig schlafen“, versichert auch Karl-Heinz Rädecker, Präsident des Bezirksverbandes der Kleingärtner. Er tritt auch Spekulationen entgegen, die Stadt könne eine mögliche Bodensanierung zum Anlass nehmen, auf den Flächen der Kleingärten Wohnungsbau zu verwirklichen. „Da ist nichts dran. Der betroffene Bereich ist überhaupt nicht Teil des Kleingartenkonzeptes“, versichert Rädecker.

Weil die Chemiefabrik Eugen de Haën nicht nur radioaktive Produkte herstellte, sondern auch chemische Stoffe, will die Stadt sämtliche 55 Kleingärten der Kolonien „Gut Grün“ und „Zur Guten Hoffnung“ auch chemisch untersuchen lassen. Die radiologischen Hinweise wertet sie jedenfalls als Hinweis darauf, dass dort tatsächlich Produktionsrückstände abgeladen wurden.

Von Christian Bohnenkamp