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Meine Stadt Radfahrer in Hannover überrollt: Lkw-Fahrer verurteilt
Hannover Meine Stadt Radfahrer in Hannover überrollt: Lkw-Fahrer verurteilt
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15:23 13.06.2019
„Kurzer Moment der Unachtsamkeit“: Am 22. März 2017 starb Radfahrer Torsten K. auf der Lister Meile unter LKW-Rädern. Quelle: Elsner
Hannover

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass der 48-jährige Familienvater Torsten K. an der Lister Meile von einem Lkw überrollt wurde. Wenige Gehminuten entfernt, im Amtsgericht, wurde am Donnerstag das Urteil im Prozess um fahrlässige Tötung gesprochen: Der inzwischen pensionierte Lasterfahrer Norbert K. kam mit einer Geldstrafe davon.

Keine „grobe Fahrlässigkeit“

Richterin Sabine Mzee befand ihn der fahrlässigen Tötung für schuldig – allerdings nicht der besonders groben Fahrlässigkeit, derer es für eine Gefängnisstrafe bedürft hätte. 150 Tagessätze à 35 Euro muss der Rentner an Strafe zahlen (über 5000 Euro), dazu ein Schmerzensgeld von rund 5000 Euro für den hinterbliebenen 11-jährigen Sohn des Radfahrers sowie die Zahlung etwaig anfallende Therapiekosten für ihn und die Frau des Verstorbenen.

Rad und Radfahrer wurden heruntergedrückt

Zum Unfall kam es an der Ampelkreuzung zum südlichen Teil der Lister Meile (Richtung Bahnhof) am 22. März 2017. Norbert K. bog im Laster einer Wolfsburger Baufirma von der Berliner Allee rechts auf die Lister Meile ab, um auf die damalige Dauerbaustelle des neuen Bahngebäudes zu gelangen. Dabei übersah der damals 65-Jährige den Radfahrer Torsten K.. Dieser war gerade im Begriff auf dem Radweg die Ampel geradeaus zu überqueren, versuchte noch verzweifelt mit Hand und Fuß zu bremsen, schlug mit der flachen Hand gegen die Seite des Lasters. Alles vergeblich: Der Auflieger des Lkw verkürzte in der Rechtskurve den Winkel, das Fahrrad des 48-Jährigen wurde heruntergedrückt und mit ihm Torsten K. Die Reifen des tonnenschweren Lasters rollten über Rumpf und Kopf des Mannes, bevor Lkw-Fahrer K. den Unfall überhaupt bemerkte. Torsten K. war sofort tot.

Unfall hätte verhindert werden können

Der Unfall hätte verhindert werden können, war sich Richterin Mzee sicher, hätte Norbert K. „hinreichend“ in die Seitenspiegel geblickt oder im Abbiegevorgang noch einmal abgebremst. Beides tat der Lkw-Fahrer jedoch nicht – das hatte auch das Gutachten eines Sachverständigen ergeben. Laut Fahrtenschreiber fuhr der Lkw sogar 14 bis 17 Stundenkilometer schnell – also mit überhöhter Geschwindigkeit – als er ohne anzuhalten um die Ecke bog. „Beim Rechtsabbiegen muss man verteufelt aufpassen“, warf Mzee dem Mann vor, der mit rotem Kopf und gesenktem Blick das Urteil verfolgte. Als langjähriger Fahrer, der die Ecke kannte, hätte er wachsamer Abbiegen müssen. „Es kam zu einer kurzen Unaufmerksamkeit, die heftige, sehr traurige Folgen nach sich zog.“

Versicherung noch keine Kosten übernommen

Von dem Urteil zeigte sich Nebenklägerin und Witwe Ina K. eher enttäuscht. „Ich war von grober Fahrlässigkeit ausgegangen.“ Von dem Urteil erhofft sie sich eine Erleichterung in Versicherungsfragen: Bis heute habe die Haftpflicht der Baufirma keinerlei Kosten übernommen. Sie, wie auch ihr elfjähriger Sohn, sind in Therapie, um mit dem Verlust irgendwie umgehen zu können. Der Prozess – immerhin sechs Verhandlungstage hat er gedauert – habe das seinige zur Belastung beigetragen.

Norbert K., der während der Verhandlung zwar geständig, aber eher wortkarg war und bis zum ersten Verhandlungstag kein Wort des Bedauerns an die Hinterbliebenen gerichtet hatte, zeigte nach dem Ende der Sitzung heftige Emotionen. Unter Tränen entschuldigte er sich persönlich bei der Witwe. „Ich denke jeden Tag daran“, sagte er.

Von Simon Polreich

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