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Meine Stadt Bettina Wulff: Warum ein Psychologe ihre Promillefahrt als Chance sieht
Hannover Meine Stadt Bettina Wulff: Warum ein Psychologe ihre Promillefahrt als Chance sieht
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00:18 26.09.2018
UNFALLORT: Gegen diesen Baum in Burgwedel soll Bettina Wulff mit ihrem Porsche gefahren sein. Quelle: Foto: Dröse
Grossburgwedel

Die dicke, schützende Rinde der Eiche an der Landstraße kurz vor Großburgwedel ist großflächig abgeplatzt, die Erde drumherum aufgewühlt, Glasscherben liegen im Gras: Wie die NP exklusiv berichtete, hatte Bettina Wulff (44) Montag vor einer Woche einen Unfall verursacht, weil sie betrunken Auto gefahren ist, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Und es sieht vor Ort nicht danach aus, als hätte der Wagen – laut der „Bild“ soll es sich um einen Porsche handeln – den Baum nur geschrammt, der Aufprall könnte heftiger gewesen sein.

Warum die 44-Jährige sich betrunken – nach NP-Informationen soll sie einen Atemalkoholwert von mehr als zwei Promille gehabt haben – ans Steuer gesetzt hat und losgefahren ist, darüber bewahrt die Ehefrau des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff (59) weiterhin stillschweigen: Über ihren Rechtsanwalt hatte sie lediglich erklären lassen, dass sie einen Fehler begangen hat, für den sie geradestehen wird. Weitere Einlassungen ihrerseits dazu wird es wohl nicht geben: „Im Übrigen werden wir uns aber zu einem laufenden Verfahren nicht äußern“, endete dann auch schon die knappe Zwei-Satz-Erklärung, die Anwalt Christian Schertz wenige Stunden später in Umlauf brachte, nachdem die NP am Freitag über die Trunkenheitsfahrt seiner bekannten Mandantin berichtet hatte.

„Keine totale Katastrophe“

Medienpsychologe Jo Groebel hält diese Art der Reaktion für einzig richtig: „Wichtig ist jetzt, was sie daraus macht.“ Für Wulff könne die ganze Angelegenheit eine „Superchance“ sein – „sich zum einen selbst mal zu sortieren und irgendwann einmal öffentlich klar zu machen, dass sie einen Fehler gemacht hat, und das nicht in Ordnung gewesen ist.“ In ihrer aktuellen Lebensphase sieht Groebel den Vorfall „als keine totale Katastrophe“. Aber: „Wer sich nicht zutrauen würde, in so einem Zustand zu fahren, würde auch nicht fahren.“

Fakt ist: Schon ab einem Wert von 1,1 Promille begeht man eine Straftat, weil der Fahrer unwiderlegbar absolut fahruntüchtig ist. Es ist dabei irrelevant, ob Fahrfehler begangen werden oder nicht. Wulff hatte gegenüber der Polizei davon gesprochen, Wild ausgewichen zu sein: Kommt es zu einer Verhandlung, spielt das für die Festsetzung des Strafmaßes aber keine Rolle. Dazu kommt, dass bei Wulff eine Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU) angeordnet werden dürfte, im Volksmund auch Idiotentest genannt. Diese Maßnahme kommt schon zum Tragen, wenn man mit mehr als 1,6 Promille erwischt wird.

Von Mirjana Cvjetkovic

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