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Meine Stadt Missbrauch junger Spieler: Fußballtrainer muss fast sechs Jahre in Haft
Hannover Meine Stadt Missbrauch junger Spieler: Fußballtrainer muss fast sechs Jahre in Haft
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16:54 04.12.2019
TRAUT SICH NICHT AUS DER GEFÄNGNISZELLE: Andreas-Georg W. wurde wegen Missbrauchs von schutzbefohlenen Kindern und Jugendlichen verurteilt. Foto: Quelle: Nagel
HANNOVER

Die Jungen träumten von der großen Fußball-Karriere. Das hat Andreas-Georg W. (52) ausgenutzt. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen wurde er am Mittwoch zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. „Das Geständnis hat sich in erheblichem Maße strafmildernd ausgewirkt“, sagte Richter Stefan Lücke im Landgericht Hannover.

Der Angeklagte war Berufseinstiegsbegleiter an der KGS Ronnenberg und Fußball-Trainer beim TuS Seelze. An der Schule hatte er noch eine Fußball-AG. Unter dem Vorwand, seine Schutzbefohlenen als Profi-Spieler groß heraus zu bringen, nahm er „medizinische Untersuchungen“ an ihnen vor. Im Urteil ist von 38 Fällen des (überwiegend schweren) sexuellen Missbrauchs an acht Spielern die Rede, sie waren 13 bis 17 Jahre alt. Tatzeitraum: Januar 2018 bis Juni 2019.

Angeklagter traut sich nicht aus der Zelle

Der Prozess fand bis auf die Anklageverlesung und Urteilsverkündung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Deshalb bleibt die Persönlichkeit des Angeklagten weitgehend im Dunkeln. Allerdings sagte der Richter: „Er hat seine Frau und sein Kind verloren, die sich von ihm losgesagt haben.“ Andreas-Georg W. hatte keine Vorstrafen. Während des Prozesses wirkte er sehr weinerlich. Am zweiten Prozesstag klagte er über Herzrasen, ein Notarzt konnte aber nichts feststellen.

WIR MÜSSEN DRAUSSEN BLEIBEN: Der Prozess gegen Fußball-Trainer Andreas Georg W. (52) fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Foto: Quelle: Nagel

Der Angeklagte habe er nicht alles gesagt, was die Tatumstände angehe, stellte der Richter fest. Nach NP-Informationen ist der Fußball-Trainer nicht pädophil veranlagt. Häufig sind solche Täter in ihrer Kindheit selbst Missbrauchs-Opfer geworden. Ob das bei Andreas-Georg W. auch so ist, bleibt unklar. Im Gefängnis sei bekannt, welche Taten er verübt habe. „Er traut sich nicht aus der Zelle“, stellte der Richter fest. Gesundheitlich sei der Verurteilte angeschlagen; auch deshalb besonders haftempfindlich.

Ein Schüler wird als „Opfer“ gemobbt

„Die Taten waren nicht an der unteren Schwelle“, stellte der Richter der 1. Großen Jugendkammer fest. Summiert man die Einzelstrafen, hätte Andreas-Georg W. etwa 50 Jahre absitzen müssen. Zum Glück haben die meisten Jugendlichen kaum unter den Taten zu leiden. Allerdings werde ein Schüler als „Opfer“ an der Schule gemobbt, sagte der Richter. Dieser Jugendlicher klage über Ess- und Schlafstörungen und befinde sich in psychologischer Behandlung. Sein Wunsch ist, die Schule zu wechseln.

Die allermeisten Betroffenen spielen jetzt kein Fußball mehr. Ihr Traum vom Fußball-Profitum ist geplatzt.

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Von Thomas Nagel

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