Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Protest gegen das Bienensterben
Hannover Meine Stadt Protest gegen das Bienensterben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:36 19.06.2019
"Lass brummen": BUND-Aktivisten mit Bienen- und Schmetterlingskostümen am Kröpcke. Quelle: Dröse
Hannover

Diese Bienen waren nicht zu übersehen: Unter dem Motto „Lass brummen“ demonstrierte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Niedersachsen am Mittwoch in Hannover: Bei mehr als 30 Grad hatten sich die Umweltschützer am Kröpcke in Bienen- und Schmetterlingskostümen geworfen, um auf ein ernstes Thema aufmerksam zu machen: das Insektensterben.

Es summt und brummt immer weniger in der Natur, sagt Tonja Mannstedt vom BUND Niedersachsen. Und das obwohl Kommunen mit Einzelaktionen bereits gegensteuern: „Das Insektensterben ist wissenschaftlicher Fakt und hat inzwischen dramatische Ausmaße angenommen“, erklärt sie. „Alle Forschungsergebnisse nennen für das Insektensterben zwei Hauptgründe: den Klimawandel und die intensive Landwirtschaft.“ Die Vorgaben des Landes seien viel zu lasch: „Selbst in vielen niedersächsischen Naturschutzgebieten ist der Einsatz von Pestiziden erlaubt. Damit muss Schluss sein!“

Verbote von Pestiziden

Der Einsatz von Pestiziden müsse deshalb in den ökologisch wertvollsten Landschaften seitens der Landesregierung umgehend verboten werden. Dies seien Naturschutzgebiete, FFH-Gebiete, besonders geschützte Landschaftsbestandteile und gesetzlich geschützte Biotope. Ausreichend breite Pufferstreifen um die Schutzgebiete seien zudem nötig, um einen Eintrag von Pestiziden zu vermeiden.

Intensive Landwirtschaft eindämmen

Auch die intensive Landwirtschaft mit immer größeren Maschinen habe über Jahrzehnte ihren Teil zum Insektensterben beigetragen. „Dringend erforderlich ist es, ein Netz wertvoller Lebensräume in der Agrarlandschaft wieder zu entwickeln“, glaubt Mannstedt. „Auf mindestens 13 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen muss ein Biotopverbund aus artenreichen Feld- und Wegrainen, Gewässerrandstreifen, Hecken, Streuobstwiesen und Kleingewässern erhalten und wieder geschaffen werden.“

Zudem sollte das Land gezielter bäuerliche und ökologische Landwirtschaft fördern: „Der Anteil des ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Niedersachsen sollte bis zum Jahr 2025 von derzeit 3,9 Prozent auf mindestens 20 Prozent ansteigt.“

Weniger versiegelte Flächen

Und nicht zuletzt müsse der von Insekten bereits besiedelte Raum besser geschützt werden. „In Niedersachsen hat die versiegelte Fläche zwischen 2000 und 2015 um mehr als 10 Prozent zugenommen“, so die BUND-Sprecherin. „Der Flächenverbrauch muss dringend verringert sowie zusätzliche Versiegelungen durch Rückbau ausgeglichen werden.“

Bundesweite Aktion

Bundesweit fordert der BUND derzeit mit der Kampagne „Lass brummen“ die Politik auf, aktiv zu werden. „Die Landesregierung muss sofortige, verbindliche Maßnahmen im angekündigten Aktionsplan Insektenschutz aufnehmen“, so Mannstedt. „Statt ausgeräumter Landschaften mit hochintensiv bewirtschafteten Monokulturen brauchen wir Hecken, Feldraine und artenreiche Wiesen, damit Insekten Lebensräume finden.“ Die Vorschläge aus dem Bundesumweltministerium zum Aktionsprogramm Insektenschutz 2019 lägen vor, nun müsse das Landwirtschaftministerium mitziehen. Bevor der letzte Schmetterling die Flatter macht.

Von Simon Polreich

Ein Familienvater muss sich wegen Vergewaltigung seiner Tochter verantworten. In der Türkei wurde er freigesprochen. Die Tochter hat sich mittlerweile zum Sohn umoperieren lassen.

19.06.2019

Der Tod von Rentnerin Gisela W. (93) aus der Südstadt wird immer mysteriöser. Nach dem abschließenden Bericht der Obduktion ist die Frau an Unterkühlung gestorben. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Thomas Klinge, der NP am Mittwoch sagte, gehen die Ermittler aber weiter von einem Tötungsdelikt aus.

22.06.2019

Hannovers Kulturszene macht Druck. Im Budget für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt ist nur eine jährliche Steigerung von 1,5 Prozent vorgesehen. Zu wenig, findet der Kulturrat.

19.06.2019