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Meine Stadt Projekt Lebensplan: Schüler gestalten ihre Zukunft selbst
Hannover Meine Stadt Projekt Lebensplan: Schüler gestalten ihre Zukunft selbst
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19:02 20.06.2019
Gute Gespräche: Gabi Bauer hört genau hin, was die Jugendlichen aus ihrem Leben zu berichten haben. Quelle: Heusel
Hannover

„Pornos zeigen wie Sex geht“, „Männer bestimmen beim Sex, was abgeht“, oder „Auf die Größe kommt es an“ – dies stellen sich Hauptschüler im Teenageralter laut des Stiftungsprojekts Lebensplan unter Sexualität vor. Gerade in bildungsferneren Haushalten kann die durch das Internet transportierte Einstellung zur Sexualität und Verhütung oft nicht kompensiert werden Am Ende kommt es dann in vielen Fällen zu ungewollten Schwangerschaften und damit auch zum frühen Bruch im Erwerbsleben – oftmals für immer.

Um da gegenzusteuern, Jugendliche auf pädagogischer Ebene beim Thema Sex abzuholen und ein Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln, besucht das Projekt Lebensplan verschiedene Schulen in Hannover und Region. Am Donnerstag war die Stiftung mit den Pädagogen Simone Hohnsbein und Christoph Grote in der Albrecht-Dürer-Schule (Sahlkamp) zu Gast.

Es ging nicht nur um Sexualität

Hier haben die Jugendlichen der Klassen 9c und 9d in mehreren Stunden einen altersgerechten Aufklärungs-Workshop mitgemacht, getrennt nach Geschlechtern. Dabei wurde viel gesprochen – und sich dem Thema auf spielerische, niedrigschwellige Weise genähert. Bei einer extra dazu variierten Form des Spiel „Der große Preis“ mussten die Jungs etwa Fragen beantworten wie „Hast du schon mal mit jemandem über Verhütung gesprochen?“ Dabei ging es nicht nur um Sexualität, sondern auch darum zu lernen, die eigene Zukunft selber zu gestalten und soziale Verbindungen zu reflektieren: „Was ist für dich das Besondere an einer Freundschaft mit Jungs?“ oder „Was wäre für dich das tollste oder schlechteste im Leben?“

Leicht fiel es den Schülern nicht, über diese sensiblen Themen zu sprechen. Einer von gibt selbst zu: „Ich würde gerne mit meinem Vater über Verhütung sprechen, aber traue mich nicht ihn darauf anzusprechen.“ Pädagoge Grote spricht dem Jungen gleich Mut zu: „Dein Vater würde sich bestimmt freuen, wenn du ihn danach fragst.“

Beim Projekt werden Jungs und Mädels getrennt

Wichtig für das Gelingen des Projekts ist auch die Trennung nach Geschlechtern. Denn würden die Jungs auch vor den Mädchen aus ihrer Klasse so offen über Themen wie Sex oder Beziehung sprechen? „Nein“ lautete die einhellige Antwort.

Mehr Projekte dieser Art gefordert

Mit dabei beim Schulbesuch am Donnerstag war auch die Schirmherrin der Stiftung „Eine Chance für Kinder“, Gabi Bauer. Die ARD-Journalistin hörte den Jugendlichen interessiert zu und sagte nach ihrem bereits dritten Besuch: „Ich habe jedes Mal gespürt, wie gut die Jugendlichen das finden.“ Doch sie merkt auch an: „Gleichzeitig bin ich entsetzt, dass solche Konzepte von staatlicher Seite nicht aufgegriffen werden.“ Denn neben dem Biologieunterricht bieten die meisten Haupt- und Förderschulen keine weitere Aufklärung auf sozialer Ebene an. Laut dem Stiftungsvorsitzenden Adolf Windorfer ist die Zahl der ungeplanten Schwangerschaften von Minderjährigen seit Jahren konstant. Hier müsse die Politik mehr tun: Projekte wie Lebensplan sollten in möglichst vielen 9. Klassen angeboten werden.

Von Janik Marx

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