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Meine Stadt Global Game Jam: Marathon für Programmierer
Hannover Meine Stadt Global Game Jam: Marathon für Programmierer
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16:48 30.01.2019
Höchste Konzentration: In nur 48 Stunden entwickeln Progammierer ein Computerspiel. Sarah Bulk kümmert sich um die Grafiken,  Kilian Hoseyny um den Aufbau des Spiels.
Höchste Konzentration: In nur 48 Stunden entwickeln Progammierer ein Computerspiel. Sarah Bulk kümmert sich um die Grafiken, Kilian Hoseyny um den Aufbau des Spiels. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

„Ihr habt 48 Stunden, um ein Videospiel zu entwickeln. Die Zeit läuft ab jetzt.“ Mit diesen Worten fiel am vergangenen Freitag der Startschuss für das „Global Game Jam“ in Hannover – und auf der ganzen Welt. Dabei entwickelten zehntausende Spieleentwickler zeitgleich an verschiedenen Orten Computerspiele zu einem vorgegebenen Thema. Dieses Jahr: „What home means to you“. Zu Deutsch: Was Zuhause für dich bedeutet.

Innerhalb von 48 Stunden ein Computerspiel entwickeln – das ist das Ziel des Global Game Jams, der am Wochenende weltweit stattgefunden hat. In Hannover kamen dabei zwölf neue Videogames raus.

What home means to you

Für die Hannoveraner bedeutete das am Bib International College erstmal Brainstorming. An dem College, das auch das Programmieren lehrt, wurde das Game Jam ausgetragen. In zwölf Gruppen aufgeteilt überlegten sich 50 Teilnehmer, was Zuhause denn eigentlich für sie bedeutet. „Für die einen ist Zuhause ein Ort, von dem sie flüchten möchten. Für die anderen ist das Zuhause der Zufluchtsort – in dem Fall also das Spielziel“, sagte Cyrus Mobasheri (40), Dozent für Game Design und Development an dem College.

Energy Drinks und Schlafsäcke

Auch für einen kleinen Pinguin war das größte Ziel, wieder nach Hause zu kommen. Eine der Gruppen entwickelte ein Spiel rund um einen Pinguin, der in den Zoo verfrachtet wurde. Eine komplexe Geschichte für ein Spiel, das in 48 Stunden programmiert werden muss. „Das ist extrem wenig. Normalerweise brauchen Programmierer zwei bis drei Jahre, um ein Videogame zu entwickeln. Höchstens ein simples Spiel wie Tetris würde man in so einer Zeit programmieren können“, sagte Mobasheri.

Für die Teilnehmer, die größtenteils Schüler des Bib International Colleges waren, bedeutete das also: jede Sekunde nutzen. Dementsprechend sah es an dem College auch aus: Isomatten und Schlafsäcke lagen auf dem Boden der Klassenräume, der Duft von Energy Drinks lag in der Luft. „Ich habe in 38 Stunden nur eine Stunde geschlafen und trinke gerade meinen achten Energy Drink“, sagte Schüler Adrian Dragomir (19). Warum der ganze Aufwand? „Zum einen macht sich das später gut in der Bewerbungsmappe. Zum anderen macht es aber auch einfach Spaß, wir lieben ja das Gaming“, sagte er.

Eine Leidenschaft für Videospiele

Die Leidenschaft für Videogames verband die 50 jungen Spieleentwickler am Wochenende. „Das Global Game Jam feiert nicht nur das Spielen, sondern auch das Machen von Spielen“, so Mobasheri, der den Programmier-Marathon in Hannover organisiert hatte. Den gab es zwar auch schon im vergangenen Jahr in der Stadt, jedoch im weitaus kleineren Rahmen. Jährlich nehmen ungefähr 35000 Menschen an rund 800 Orten weltweit an dem Programmier-Marathon teil und entwickeln mehr als 7000 Spiele.

Zwölf davon waren in diesem Jahr aus Hannover. Als die 48 Stunden am Sonntag um 16:30 Uhr abgelaufen waren, wurden die Spiele auf der internationalen Homepage von Global Game Jam hochgeladen. Dort kann nun jeder sehen, was Hannovers Nachwuchs-Programmierer an nur einem Wochenende geschafft haben. „Ich bin begeistert, dass alle bis zum Schluss durchgehalten haben und fertig geworden sind. Niemand hat aufgegeben“, sagte Mobasheri, der sichtlich stolz auf seine Studenten war.

Von Josina Kelz