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Meine Stadt Polizei Hannover twittert live aus der Leitstelle
Hannover Meine Stadt Polizei Hannover twittert live aus der Leitstelle
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07:00 23.02.2019
VIEL ZU TUN: Die Leitstelle der Polizei. Quelle: Foto: Behrens
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Hannover

„Nach einem Streit zwischen einem Pärchen hat sich ein Unbeteiligter eingemischt und der beteiligten Dame eine Ohrfeige verpasst – nicht ok. Der Täter ist namentlich bekannt und bekommt von uns Besuch.“ Derartige Einsätze gehören bei der Polizei Hannover zum Alltag. Die Bürger bekommen davon in der Regel nur wenig mit. Doch am Freitag gab es eine Ausnahme. Das Social-Media-Team der Polizei hat von 16 bis 24 Uhr für viele eingehende Anrufe einen Tweet abgesetzt, also in 280 Zeichen zusammengefasst, um was es ging – und das auf dem Kurznachrichtendienst Twitter gepostet, jeweils versehen mit dem Hashtag „110live“. Die Polizei möchte damit den Bürgern der Region ihre Arbeit näher bringen.

Hasen-Rettung ist auch Polizei-Arbeit

„Erster Einsatz: Drei vermutlich ausgesetzte kleine Hasen in Bemerode“, lautet der Auftakt zum Twitter-Marathon. Polizist Sören Zimbal klärt auf: Die Kollegen seien auf dem Weg gewesen, als ein anderer Einsatz dazwischen kam. „Die Hasen wurden von Anwohnern in ein Tierheim gebracht.“

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Insgesamt gehen in der Lage- und Führungszentrale mit dem Namen „Hanno“ 1800 Anrufe am Tag ein – die können von extern und intern kommen. Über die Telefonnummer 110 sind es im Schnitt 800 Anrufe am Tag. Disponenten ordnen die Gründe zu, stellen erste Nachfragen, geben Verhaltenstipps und schicken gegebenenfalls einen Streifenwagen. Alle Kollegen sind ausgebildete Polizeibeamte, die ein dreijähriges Studium absolviert haben. Nach mehreren Jahren im Streifendienst können sie dann an die Hörer wechseln – in einer zweimonatigen Fortbildung lernen sie noch etwa den Umgang mit der Technik.

Mit Humor – aber ohne Scherzanrufe

„Biblische Zustände in Langenhagen. Dort brennt ein Busch“ – die Polizei beweist auch einen gewissen Humor in ihren Tweets.

Scherzanrufe sind laut Martin Richter selten geworden. Der Polizist erklärt in einem Vorabvideo auf Twitter, wie seine Arbeit abläuft. Ein Grund für ausbleibende Witze sei, dass man die Nummern sehe, zudem ziehe ein Scherzanruf aber auch regelmäßig ein Strafverfahren nach sich.

Von Eva-Maria Weiß