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Meine Stadt Nach Dienstunfall – Polizist bekommt mehr Pension
Hannover Meine Stadt Nach Dienstunfall – Polizist bekommt mehr Pension
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13:01 31.08.2019
DA WAR ER NOCH IM Dienst: Uwe Leistner arbeitete vor seiner Früh-Pensionierung im Jahr 2015 als Kontaktbeamter in Davenstedt. Foto: Quelle: Surrey
HANNOVER

Uwe Leistner (62) aus Hannover empfindet nach seinem langen Kampf gegen die Polizei keine Freunde. Dafür war die Prozedur für die Oberkommissar a. D. zu entwürdigend. Vier Jahre kämpfte er um sein Recht. Nun hat er es bekommen. „Ich empfinde aber eine gewisse Genugtuung“, sagt er.

Jetzt ist es amtlich, dass der Polizeibeamte wegen eines traumatischen Erlebnisses im Dienst vorzeitig ausscheiden musste. Im Juni 2006 wurde der Beamte an der Wunstorfer Straße (Hannover-Ahlem) mit dem Messer im Gesicht verletzt. Mehrere Versuche des Ladendiebs ihn in den Bauch zu stechen, konnte Leistner verhindern. Auch eine Knopfleiste seiner Uniform bewahrte den Beamten vor Schlimmerem.

Das Trauma kam Jahre später wieder hoch

Uwe Leistner war 40 Jahre im Polizeidienst. Er hat viele schreckliche Dinge erlebt. Und so dachte er, dass er auch den Messerangriff einfach so wegstecken könne. Also arbeitete er weiter, als sei nichts geschehen. Doch 2013 kam das schlimme Ereignis wieder hoch – nach einem eher harmlosen Zwischenfall.

Seitdem leidet der 1,93 große und kräftige Mann unter Ängsten und Alpträumen. Zwei Jahre später erfolgte die Früh-Pensionierung. Da ein Neurologe im Auftrag der Polizei keinen Zusammenhang mit dem Ereignis von 2006 sah, erhielt der Polizeioberkommissar eine geringere Pension.

Landesamt lenkt ein

Uwe Leistner klagte vor dem Verwaltungsgericht um seine 291,29 Euro. Das Verwaltungsgericht bestellte eine Gutachterin. Sie stellte dem Polizei-Sachverständigen ein vernichtendes Urteil aus: Sein Vortrag sei nicht verantwortbar und nachvollziehbar . „Das Landesamt für Bezüge und Versorgung hat dann erklärt, dem Kläger die höhere Pension zu zahlen“, erklärte Burkhard Lange, Sprecher des Verwaltungsgerichts – rückwirkend. Zumal Uwe Leistner wegen seiner Schwerbehinderung (50 Prozent) ohnehin den Anspruch auf die höhere Pension gehabt hätte.

Noch immer leidet er unter Ängsten. Er träume immer wieder vom „Messer im Bauch“. Manchmal traut er sich nicht zum Einkaufen nach draußen, Krimis kann er nicht anschauen. Und er fragt sich: „Warum ich?“ Er kann nicht verstehen, dass ein Kerl wie er nach so langer Zeit noch so leidet. Er kann aber auch nicht verstehen, dass der Polizei-Gutachter ihn so missachtet habe. „Er hat mir eine Tabletten-Abhängigkeit angedichtet“, sagt Leistner. Der Neurologe habe die Scheidung des Beamten und den Tod seiner Mutter als Gründe für das Trauma angeführt. Dazu Leistner: „Alles Quatsch.“

Ein Kampf für die Kollegen

Der Polizeioberkommissar sieht seinen Kampf exemplarisch für viele Kollegen, die unter den Erlebnissen im Dienst leiden. Seine Botschaft: „Kämpft, kämpft, kämpft!“ Seiner Ansicht nach drücke sich der Dienstherr vor seiner Verantwortung für die verletzten, traumatisierten Polizisten.

Dabei würde ein Blick über die Landesgrenzen genügen. In Nordrhein-Westfalen gibt es eine Ombudsstelle. Sie klärt, die Schmerzensgeldansprüche von Polizeibeamten. Falls Straftäter mittellos sind, wird Geld aus der Landeskasse für Beamte gezahlt. Ausgang für die Einrichtung dieser Stelle, war die schwere Verletzung eines Polizisten nach dem Angriff eines psychisch kranken Straftäters.

Die Polizeidirektion Hannover wollte sich zu dem Fall nicht äußern.

Von Thomas Nagel

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