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Meine Stadt Historische Akte als Herzstück der Ausstellung
Hannover Meine Stadt Historische Akte als Herzstück der Ausstellung
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20:30 22.02.2019
Ein echter Schatz: Maurien Lupke mit der historischen Polizeiakte aus dem Nachlass ihres Großvaters Folker Thiele.
Ein echter Schatz: Maurien Lupke mit der historischen Polizeiakte aus dem Nachlass ihres Großvaters Folker Thiele. Quelle: Elsner
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Hannover

Auf dem bräunlich-gelblichen Deckel steht „Acta des Preuss. Polizei-Präsidium zu Hannover“. Als Maurien Lupke (19) die gebundene Papiersammlung im Nachlass ihres Großvaters Folker Thiele fand, wusste sie nicht, welchen Schatz sie in den Händen hält: Es handelt sich um eine historische Akte, die die Gründung der Sicherheitspolizei (Vorläufer der Bereitschaftspolizei) in Hannover dokumentiert. Aktuell ist sie das Herzstück der Wanderausstellung „Freunde – Helfer – Straßenkämpfer. Die Polizei in der Weimarer Republik“, die ab Dienstag, 26. Februar, bei der Polizeidirektion Hannover (Waterloostraße 9) zu sehen ist. 

Maurien Lupke ist selbst Kommissars-Anwärterin und tritt in die Fußstapfen ihres Vaters und ihres Opas, die ebenfalls Polizisten waren. Zunächst schmökerte sie etwas in dem Zeitdokument des Großvaters: „Einiges war für mich nicht zu entziffern, weil es in altdeutscher Schrift geschrieben ist“, erinnert sich die 19-Jährige. Sie übergab die Akte, die aus 1919/1920 stammt, der Polizeiakademie Niedersachsen.

Ab Dienstag, 26. Februar, ist bei der Polizei Hannover die Wanderausstellung „Freunde – Helfer – Straßenkämpfer. Die Polizei in der Weimarer Republik“ zu sehen.

Die Wanderausstellung war schon 2018 im Landtag zu sehen – allerdings ohne die historische Akte. Und ohne zahlreiche persönliche Erinnerungsstücke aus den Jahren 1918 bis 1933, die Hannoveraner nach einem Medienaufruf der Polizei zur Verfügung gestellt haben. Die Exponate sind in neun Glasvitrinen ausgestellt. Dazu zählt auch das Fotoalbum von Rudolf Fette. Die beschrifteten Bilder dokumentieren seine persönliche Lebensgeschichte vom Soldaten in der Kaiserzeit bis zum Polizisten in der Bundesrepublik. Einblicke in die Arbeit und Aufgaben der Reiterstaffel in der Zeit der Weimarer Republik geben Fotos des Hannoveraners Wilhelm Schnute. Er hielt Vorführungen ebenso fest wie das Baden mit Pferden in Gewässern.

Polizeipräsident Volker Kluwe legt Wert darauf, sich mit der Geschichte seiner Behörde zu befassen. Er gibt auch Interessierten die Gelegenheit, sich die Ausstellung anzusehen und einen Blick hinter die Tore des historischen Gebäudes zu werfen. Die Besucher haben Zutritt zur „Alten Kantine“, die bis zum Sommer 1919 als Reserve-Lazarett für verwundete Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs genutzt wurde, und in das Gebäude des Polizeigewahrsams, in dem einst auch Serienmörder Fritz Haarmann einsaß.

Vorträge als Begleitung

Begleitend zur Ausstellung, die bis zum 31. März dauert und immer dienstags, mittwochs und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet ist, gibt es Vorträge. Treffpunkt ist bei der Polizeidirektion, Waterloostraße 9, jeweils an der Pforte. Der Überblick: „Zwischen Reform und Holocaust – die Polizei und das Scheitern der Weimarer Republik“ am 28. Februar, 18 Uhr.„SPD und Gewerkschaften in Hannover zwischen 1918 und 1933. Fragen an die Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung“ am 7. März, 18 Uhr.„Haarmann und die Gesundung der Altstadt – Leben und Tod zwischen den Weltkriegen“ am 14. März, 18 Uhr. „Sicherheit im Stadion am Beispiel von Hannover 96. Eine Bestandsaufnahme – mit einer historischen Komponente bis zurück in die 20er Jahre“ am 21. März, 18 Uhr. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 0511/109 10 52 oder per Mail an oea@pd-h.polizei.niedersachsen.de. Die Teilnahme an den Vorträgen ist kostenlos. Weil die Ausstellung in einem historischen Gebäude untergebracht ist, ist der Zugang nicht barrierefrei.

Von bm