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Meine Stadt Peta legt sich mit Tui an
Hannover Meine Stadt Peta legt sich mit Tui an
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00:20 06.12.2018
PROTESTE: Peta-Aktivisten stehen vor der Tui-Zentrale – viele Teilnehmer kamen jedoch nicht.
PROTESTE: Peta-Aktivisten stehen vor der Tui-Zentrale – viele Teilnehmer kamen jedoch nicht. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Einige skeptische Blicke ernteten die als Wale verkleideten Demonstranten Montagmorgen vor der Tui-Zentrale (Karl-Wiechert-Allee). Doch ihr Anliegen war ernst: „Tui profitiert vom Leid der Orcas“, stand etwa auf einem der Plakate, die die Peta-Aktivisten in die Höhe hielten. Die Tierschutz-Organisation fordert vom Tourstikkonzern: Schluss mit Reisen zu SeaWorld oder anderen Attraktionen, bei denen Wale in Wasserbecken gehalten werden.

„Wissenschaftliche Studien von unabhängigen Biologen bestätigen, dass Wale in Gefangenschaft an Verhaltensstörungen leiden und frühzeitig sterben“, sagt Meeresbiologin und Peta-Fachreferentin Tanja Breining. So kauten Wale beispielsweise mit ihren Zähnen am Beckenrand, was schwere Krankheiten wie Lungenentzündungen auslösen kann. „Normalerweise leben Wale in freier Natur 30 bis 100 Jahre“, erklärt Breining und betont: „In Gefangenschaft werden sie durchschnittlich gerade einmal neun Jahre alt.“

Tui verweist auf Tierschutzstandards

Andere Touristikkonzerne wie Thomas Cook haben bereits reagiert und Reisen zu SeaWorld oder dem Loro Parque auf Teneriffa aus dem Programm genommen. „Tui weiß von den wissenschaftlichen Untersuchungen und verkauft die Reisen trotzdem weiterhin“, klagt Tanja Breining an. Auf NP-Anfrage reagierte Tui auf die Vorwürfe und gab an, dass man um die Debatte um Seaworld und den Loro Parque wisse. Der Konzern arbeite ausschließlich mit Ausflugsorten zusammen, die sich an bestimmte, von Experten und Industrie getroffene Richtlinien halte: „Die beiden von uns angebotenen Ausflugsziele sind einer umfangreichen und unabhängigen Überprüfung unterlaufen, um sicherzugehen, dass sie die globalen Tierschutzstandards erfüllen“, sagt Tui-Sprecher Christian Rapp. Daher wolle man die Zusammenarbeit mit den Parks derzeit auch nicht beenden.

Von Janik Marx