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Meine Stadt Offizierin aus Hannover über AKK: „Geben ihr eine Chance“
Hannover Meine Stadt Offizierin aus Hannover über AKK: „Geben ihr eine Chance“
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11:21 24.07.2019
Hannover

Am Mittwoche wird Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) während einer Sondersitzung im Bundestag als neue Verteidigungsministerin vereidigt. Die NP sprach mit der Hannoveranerin Nariman Hammouti-Reinke (40) über die neue Oberbefehlshaberin der Streitkräfte. Sie ist Offizierin in der Bundeswehr und Muslima.

Frau Hammouti-Reinke, was haben Sie gedacht, als Sie erfahren haben, wer Ihre neue Chefin wird?

An dem Dienstagabend habe ich noch verfolgt, dass Ursula von der Leyen zur neuen Kommissionschefin gewählt worden ist. Danach bin ich gleich ins Bett gegangen und habe quasi alle Nachrichten zur ihrer möglichen Nachfolge verschlafen. Am nächsten Morgen hatte ich gefühlt eine Million Anrufe in Abwesenheit auf dem Handy, Nachrichten, in denen stand, dass Annegret Kramp-Karrenbauer neue Verteidigungsministerin wird. Ich dachte, es wäre ein Scherz.

Warum?

Weil sie kurz vorher noch gesagt hat, dass sie für den Posten nicht zur Verfügung steht. Wir vom Vorstand des Vereins „Deutscher Soldat“ hatten AKK deswegen gar nicht auf dem Zettel.

Da stand wer ganz oben?

Peter Tauber. Er ist aktiver Reservist und parlamentarischer Staatssekretär, kommt aus der Truppe, kennt die Bundeswehr. Er war auch im Gespräch.

War Kramp-Karrenbauer also nicht die richtige Wahl?

Ich bin mit Frau Kramp-Karrenbauer in Bezug auf Flüchtlings- und Migrationspolitik nicht einer Meinung. Sie ist auch, was Außen- und Sicherheitspolitik betrifft, ein unbeschriebenes Blatt. Auf Bundesebene hat sie noch nicht wirklich politische Erfahrung. Ich denke auch nicht, dass das Verteidigungsministerium und die Bundeswehr die richtige Bühne für jemanden sind, der wie sie Bundeskanzlerin werden möchte. Aber geben wir ihr jetzt erstmal eine Chance.

Also glauben Sie, dass sie das Amt als Sprungbrett für ihre Karriere sieht?

Normalerweise gilt dieses Amt als Schleudersitz. Schauen wir mal, was sie daraus macht.

Vor welchen Herausforderungen steht Kramp-Karrenbauer?

Im Prinzip setzt sie sich in ein gemachtes Nest. Sie muss das durchziehen und zu Ende bringen, was vorgelegt worden ist. Die Trendwenden in Sachen Personal und Material sind auf den Weg gebracht. Das Beschaffungsmanagement muss dringend modernisiert und vereinfacht werden. Wir brauchen für die Beschaffung von neuem Material eine Interimslösung. Die Soldaten, die heute und jetzt im Einsatz sind, brauchen die richtige Ausrüstung. Es kann doch nicht sein, dass wir uns bei internationalen Übungen, wie zuletzt in Norwegen, Material aus dem gesamten Bundesgebiet zusammenleihen.

Kramp-Karrenbauer will mehr Geld für die Truppe – und stößt damit auf Kritik.

Geld ist gut und richtig, aber sie muss sich auch politisch beweisen. Wenn ich die Linken höre, die sagen, wir müssen vorhandenes Material instand setzen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Man kann 50 Jahre altes Material warten, wie man will – es ist nicht auf neuestem Stand. Wenn ich mir anschaue, wie unsere niederländischen Nachbarn ausgestattet sind, kann ich es nicht fassen, dass wir so arbeiten. Ein fünfzig Jahre alter Diesel bekommt nun mal keine Umweltplakette mehr.

Beim Gelöbnis sagte sie den Soldaten: „Sie können sich auf mich verlassen.“ Ist es andersrum auch so?

Wie gesagt: Wir geben ihr eine Chance. Da bleibt uns auch nichts anderes übrig. Als Frau von der Leyen ihr Amt als Verteidigungsministerin angetreten hatte, gab es genauso viele Gegenstimmen.

Von der Leyen haben Sie mehrfach getroffen, konnten Ihre Anliegen als Soldatin platzieren. Wie lauten Ihre Forderungen an die neue Ministerin?

Sie muss das Diversity Management weiter voranbringen! Jedes dritte Kind im Land hat einen sogenannten Migrationshintergrund. Wenn wir verteidigungsfähig werden wollen, müssen wir diese Gruppe mitbeachten. Wir sind eine bunte, vielfältige Gesellschaft und sollten das in unserer Außenwerbung auch darstellen. Am 2. April hat Frau von der Leyen versprochen, dass wir für die Militärseelsorge Rabbis und Imame bekommen. Das muss jetzt endlich umgesetzt werden. Im europäischen Ausland haben das alle schon. Seit Jahren! Wir hinken absolut hinterher.

Von Mirjana Cvjetkovic

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