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Meine Stadt Obduktionsergebnis: Rentnerin (93) aus der Südstadt ist erfroren
Hannover Meine Stadt Obduktionsergebnis: Rentnerin (93) aus der Südstadt ist erfroren
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00:21 22.06.2019
Tatort Kestnerstraße: In dieser Wohnung ist die 93-jährige Gisela W. an Unterkühlung gestorben. Nach dem Fund der Leiche am 12. Mai sicherten Kriminaltechniker die Spuren. Quelle: Heidrich
Hannover

Im Fall der toten Rentnerin Gisela W. (93) aus der Südstadt liegt das Ergebnis der Obduktion vor. Demnach ist die Frau in ihrer Wohnung an der Kestnerstraße erfroren. „Eine Stoffwechsel-Entgleisung infolge einer Unterkühlung hat zum Tode geführt“, sagte Thomas Klinge, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover. Die Ermittlungen laufen aber weiter wegen eines Tötungsdelikts.

Gisela W. (†) Quelle: Polizei

Gisela W. war am 12. Mai von ihrer Nichte (61) leblos gefunden worden. Spuren, dass es zuvor einen Einbruch in die Wohnung gegeben hatte, fanden die Kriminaltechniker nicht.

Laut Obduktionsergebnis könnte die Rentnerin neben Stoffwechsel-Entgleisung und Unterkühlung zusätzlich Herz-Rhythmus-Störungen gehabt haben. Diese könnten begleitend zum Tod geführt haben.

Was die Strafverfolger allerdings stutzig macht, sind Prellungen am Körper der Frau. Die Hämatome könnte ein Dritter ihr auch durch Schläge, hartes Anfassen oder einem Schubs beigebracht haben. Denkbar wäre, dass die 93-Jährige dadurch zu Boden fiel, dort hilflos liegen blieb – und starb. Stützen würden diese Version auch Schürfwunden an den Beinen der Toten. „Nach dem Gutachten halten die Ärzte ein Fremdverschulden durchaus für möglich“, so Klinge.

Opfer unglücklich gestürzt?

Ausgeschlossen werden kann zurzeit aber auch nicht, dass Gisela W. ohne Gewalteinwirkung in ihrer Wohnung stürzte, sich dabei Abschürfungen und blaue Flecken zuzog. Auch danach könnte sie hilflos am Boden gelegen und schließlich verstorben sein.

Mehr Aufschluss erhoffen sich die Ermittler von Dingen, die sie in der Wohnung der Toten fanden. Fasern, Fingerabdrücke, DNA und noch mehr: In der Wohnung von Gisela W. hatten Kriminaltechniker zahlreiche Spuren gesichert. Diese werden weiterhin im Landeskriminalamt untersucht. Oberstaatsanwalt Klinge: „Die Auswertung wird noch etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen.“

Böser Verdacht in der Südstadt: Wurde die 93-jährige Gisela W. umgebracht?

Nach dem Fund der Leiche der 93-Jährigen hatte es in ihrem Umfeld umfangreiche Ermittlungen der Polizei gegeben. So starteten die Beamten auch eine Öffentlichkeitsfahndung, hängten Plakate auf und zeigten Fotos von der Kleidung der Toten. Die Sachen hatte Gisela W. getragen, als sie zum letzten Mal beim Einkaufen gesehen wurde. Entscheidende Hinweise ergaben sich bislang allerdings nicht.

Drei tote Rentner, keine Täter

Der Fall von Gisela W. erinnert an den Tod zweier Seniorinnen (82/91) und einem Rentner (91) aus Stöcken zwischen November 2016 und Mai 2018. Die drei Hannoveraner waren ebenfalls unter mysteriösen Umständen in ihren Wohnungen gestorben. Die Ermittler gehen bei den beiden Frauen und dem 91-Jährigen davon aus, dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer fielen. In keinem Fall wurde bislang ein Täter gefasst.

Laut Klinge sei die Spurenlage bei den drei Toten wesentlich genauer gewesen als bei Gisela W. Eindeutige Hinweise, dass jemand die Wohnung der 93-Jährigen durchsucht haben könnte, gebe es bislang nicht.

Lesen Sie mehr zur mysteriösen Todesserie von Senioren

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