Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
OB-Wahl 2019 OB-Wahl: Wer liegt beim Kampf ums Rathaus vorn?
Hannover Meine Stadt OB-Wahl 2019 OB-Wahl: Wer liegt beim Kampf ums Rathaus vorn?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
19:50 03.11.2019
In der Stichwahl: Belit Onay (Grüne, l.) gegen Eckhard Scholz (CDU). Quelle: NN
Anzeige
Hannover

Bekommt Hannover seinen ersten grünen Oberbürgermeister? Das zumindest legt eine aktuelle Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Madsack Mediengruppe nahe. Dieses hat 1001 wahlberechtigte Bürger gefragt, wie sie sich bei der Stichwahl am 10. November entscheiden würden. Das Ergebnis: Der Grüne Belit Onay käme laut der Prognose auf 56 Prozent der Stimmen, CDU-Kandidat Eckhard Scholz auf 44 Prozent. Bei der ersten Runde der Wahl am 27. Oktober hatten beide Bewerber noch gleichauf bei 32,2 Prozent gelegen.

Entschieden ist aber noch nichts. Die Fehlertoleranz der zwischen dem 28. Oktober und 1. November durchgeführten Umfrage gibt Forsa mit plus/minus drei Prozentpunkten an. Zudem handele es sich lediglich um eine Präferenz eine Woche vor der Stichwahl.

Anzeige

Onay punktet bei SPD und Linken, Scholz bei FDP und AfD

Dennoch lassen sich aus der Befragung wichtige Trends herauslesen. Onay kann zum Beispiel offenbar den Großteil der Stimmen aus dem SPD-Lager für sich gewinnen. 70 Prozent der SPD-Anhänger haben angegeben, dass sie sich für den Grünen entscheiden wollen. Zu Scholz tendieren nur 30 Prozent von ihnen.

Auch bei den Linken-Wählern hat Onay laut Umfrage die Nase vorn. 88 Prozent von diesen würden bei der Stichwahl dem Grünen ihre Stimme geben. Die FDP-Wähler hingegen können wenig mit ihm anfangen. Sie scheinen sich an die Wahlempfehlung ihrer Partei zu halten und wollen zu 93 Prozent Scholz die Stimme geben. Bei den AfD-Wählern sind es laut Umfrage sogar 100 Prozent, die bei der Stichwahl für Scholz wären.

SPD käme bei Ratswahl nur noch auf 20 Prozent

Aus der Forsa-Befragung geht auch hervor, dass sich der Absturz der SPD fortsetzt. Die Meinungsforscher hatten gefragt, wie sich Hannovers Bürger entscheiden würden, wenn am 10. November auch der Rat gewählt würde. Die SPD wäre dann mit 20 Prozent der Stimmen nur noch drittstärkste Kraft. Sie hat im Vergleich zu der Umfrage zu Beginn des Monats noch einmal vier Prozentpunkte verloren. Bei der Ratswahl 2016 holte die SPD noch 31,3 Prozent der Stimmen, 2011, waren es noch 37,1 Prozent, im Jahr 2006 sogar 41 Prozent.

Für die Grünen würden 30 Prozent stimmen. Sie konnten zwei Prozentpunkte dazugewinnen. Die CDU käme auf 27 Prozent (plus drei Prozentpunkte) der Stimmen, Linke und AfD auf je 7 Prozent, die FDP auf 5 Prozent, auf die kleineren Parteien entfielen zusammen 4 Prozent.

Immerhin scheint sich der OB-Wahlkampf positiv auf das Vertrauen der Hannoveraner in die Politik auszuwirken. Hatten Anfang Oktober noch 45 Prozent angegeben, dass keine Partei in der Lage sei, die Probleme in der Stadt zu lösen, waren es bei der zweiten Umfrage nur noch 37 Prozent. 21 Prozent gaben an, dass die Grünen am Besten mit den Problemen fertig würden (plus 7 Prozentpunkte), 18 Prozent trauen das der CDU zu (plus 4 Prozentpunkte). Bei der SPD sehen nur noch 15 Prozent die höchste politische Kompetenz in Hannover (minus 5 Prozentpunkte).

Lesen Sie auch:

Von Christian Bohnenkamp