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OB-Wahl 2019 OB-Wahl: Linke schicken Powerfrau Kaußen ins Rennen
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06:00 17.06.2019
OB-Kandidatin: Jessica Kaußen (rechts) setzte sich im Freizeitheim Linden gegen Brigitte Falke durch.
OB-Kandidatin: Jessica Kaußen (rechts) setzte sich im Freizeitheim Linden gegen Brigitte Falke durch. Quelle: Foto: Wilde
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Hannover

 Den Grünen war es nicht gelungen. SPD und CDU hatten es erst gar nicht versucht. Es sind die Linken, die nun eine Frau ins Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters schickten. Sie wählten am Sonntag im Freizeitheim Linden Jessica Kaußen zur Kandidatin.

Die 29-Jährige ist so etwas wie die Powerfrau der Linken. Zuvor frisch als Vorsitzende des Kreisverbandes der Linken bestätigt, Fraktionschefin in der Regionsversammlung. Fraktionschefin im Rat Laatzens, Mutter einer Tochter, Studentin der Elektrotechnik an der Leibniz Universität und nun auch Spitzenkandidatin ihrer Partei für das OB-Amt.

Kaußen: „Weiß wie eine Stadtverwaltung funktioniert“

Angesichts ihrer schon breiten kommunalpolitischen Erfahrung ist sie sich sicher: „Ich weiß wie eine Stadtverwaltung funktioniert“. Außerdem findet sie, dass „auch eine junge Frau“ kandidieren sollte, „wo andere Parteien nur Männer aufstellen“.

Das wichtigste Thema ist für Kaußen „die Wohnungsnot“. Sie will „agieren, linke Themen setzen“. Nicht mehr „über jedes Stöckchen springen, das uns die anderen hinhalten. Wir haben selbst ein geiles Programm“, verkündete Kaußen. „Ruhig auch mal provokante Forderungen“ sollten die Linken stellen. Ihr selbst schwebt vor, „den Nahverkehr langfristig kostenlos zu machen“. Außerdem will sie Hannovers Kleingärten erhalten und Bienenwiesen fördern.

Kritik an teurem Zoo-Eintritt

Ein weiteres Anliegen der Kandidatin: Soziale Teilhabe. „Wer kann sich denn den Eintritt in den Zoo überhaupt noch leisten“, fragte sie. Sie will „die Verteilungsfrage“ stellen. Ihr Motto: „Hannover – eine Stadt für alle“.

64,7 Prozent holte Kaußen bei den 47 stimmberechtigten Mitgliedern. Sie hatte es aber auch mit einer Gegenkandidatin zu tun: Brigitte Falke, die seit 2016 für die Linken im Rat sitzt. Die Dozentin für Wirtschaftswissenschaften wollte „sehr viel mehr Geld“ für die Üstra, die Gewinnmaximierung der kommunalen Unternehmen beenden und überhaupt das Soziale stärken. Zur OB-Kandidatin reichte das allerdings nicht.

Linke haben kaum Geld für den Wahlkampf

Kaußen will im Wahlkampf „auch Neues ausprobieren“ – zum Beispiel Straßenaktionen. Kreativität ist aber auch deshalb gefordert, weil die Linken kaum Geld für den ungeplanten OB-Wahlkampf haben. Auch deshalb stimmten sie zunächst darüber ab, ob sie überhaupt eine Kandidatin aufstellen wollen.

Zuvor hatte die Partei schon den Kreisvorstand neugewählt. Kaußen wurde als Vorsitzende mit 64,8 Prozent der Stimmen bestätigt, Johannes Drücker als Vorsitzender mit 67,9 Prozent.

Von Christian Bohnenkamp