OB-Stichwahl: Die dritte in Hannover
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OB-Wahl 2019 OB-Stichwahl: Die dritte in Hannover
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09:51 28.10.2019
Premiere: Bei der ersten Stichwahl 1996 trat Rita Pawelski (CDU) gegen Herbert Schmalstieg (SPD) an. Quelle: Foto: dpa
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Hannover

Der Grüne Belit Onay oder CDU-Mann Eckhard Scholzwer neuer OB in Hannover wird, entscheidet am 10. November die Stichwahl. Es ist die dritte, die Hannover erlebt.

Gleich zwei Mal musste sich Herbert Schmalstieg (SPD) gegen Rita Pawelski (CDU) behaupten. Die Premiere war 1996. Damals wurde zum ersten Mal der OB direkt gewählt. Bis dahin hatte es das Prinzip der Eingleisigkeit im Rathaus nicht gegeben. Die Verwaltung führte der Oberstadtdirektor, die repräsentativen Aufgaben hatte der OB. Schmalstieg war schon seit 1972 als OB im Amt und bei den Bürgern sehr bekannt. Dennoch musste der Polit-Profi um seinen Sieg bangen. Mit sehr viel Charme zwang ihn die Landtagsabgeordnete Rita Pawelski in die Stichwahl. In der siegte Schmalstieg gegen „Lovely Rita“ – mit 52,5 Prozent der Stimmen.

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Mit Bardame und Bier

Von einem weiteren Versuch hatte Rita Pawelski eigentlich absehen wollen. Am 9. September 2001 hätte Clemens Stroetmann, früher Staatssekretär im Bundesumweltministerium, den OB herausfordern sollen. Doch der Kandidat mit dem Slogan „Hannover braucht mehr Erotik“ präsentierte in einer Bar am Steintor ein „Fünf-Punkte-Programm zur Aufwertung von Steintor und Milieu“. Stroetmann ließ sich mit Bardame Ronja, einem Bier und Manager Peter Reiche knipsen, plauderte über die Kiezgröße Hanebuth, den er eine "Sicherheitsgröße" fürs Steintor nannte. Für die CDU war das zuviel. Die Christdemokraten überzeugten ihn nach heftigen Diskussionen, doch lieber auf die Kandidatur zu verzichten. In dieser Situation konnte selbst Rita Pawelski nicht mehr viel reißen. Sie sprang für Stroetmann ein. Schmalstieg, der für sich als „Der Hannoveraner“ warb, schaffte auf Anhieb den Sieg.

2006, nach dem Ruhestand Schmalstiegs, setzte die SPD auf Stephan Weil, den Stadtkämmerer. Die CDU bot gegen ihn ihren Parteichef Dirk Toepffer auf. Weil gewann im ersten Durchgang mit 52,3 Prozent. Toepffer holte nur 35,5 Prozent der Stimmen, konzentrierte sich als Landtagsabgeordneter fortan zunehmend auf die Landespolitik.

In die zog es dann auch Stephan Weil. 2013 wurde er Ministerpräsident. Als seinen Nachfolger nominierte die SPD Stefan Schostok, Fraktionschef der SPD im Landtag. Die CDU setzte ihm den prominenten Rechtsanwalt Matthias Waldraff entgegen – wie Eckhard Scholz ein Seiteneinsteiger.

Schostok und Waldraff mussten in die Stichwahl. Die gewann Schostok mit 66,3 Prozent. Waldraff trat später aus der CDU aus und in die SPD ein. Das war 2018, als die Rathausaffäre begann, Schostoks Ruf zu ramponieren. Eigentlich gewählt bis 2021 trat der SPD-Politiker nach der Anklage wegen Untreue als OB zurück.

Von Vera König