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OB-Wahl 2019 So kam die SPD Hannover auf Hansmann als OB-Kandidat
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17:45 03.05.2019
KANDIDAT: Die SPD will Ex-Kämmerer Marc Hansmann zur OB-Wahl im November ins Rennen schicken. Quelle: Dröse
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HANNOVER

Als der Fahrstuhl zum Konferenzraum „Kurt S.“ in der hannoverschen Parteizentrale aufgeht, aus dem heraus dann SPD-Parteichef Alpetin Kirci und sein OB-Kandidat Marc Hansmann treten, hatte eigentlich nur noch ein Tusch gefehlt, der den Auftritt untermalt.

Karriere ohne politische Seilschaften und Ränkespiele

Ein kurzer Tusch wie bei einer Zaubershow quasi. Denn wen die hannoversche SPD da am Freitag, nur drei Tage nach dem angekündigten Rücktritt von OB Stefan Schostok der Öffentlichkeit präsentierte, glich dem Hervorzaubern eines weißen Kaninchens aus dem Hut eines Magiers: Marc Hansmann ist nicht irgendwer, sondern jemand, dem es gelungen ist, außerhalb der Rathauszimmer, also ohne politische Seilschaften und Ränkespiele, Karriere zu machen. Und zwar als Vorstandsmitglied bei enercity, auch wenn das Energieunternehmen eine Tochter der Stadt ist. Und Hansmann das Parteibuch der SPD besitzt.

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Trotzdem, gut gelaunt präsentierte die Führungsspitze der Partei ihre Kandidaten am Mittag: „Ich bin mir sicher, dass die SPD mit Marc Hansmann einen überzeugenden Kandidaten aufbietet, der die erfolgreiche Arbeit sozialdemokratischer Bürgermeister fortsetzen wird“, begann Parteichef Kirci seine Ausführungen im Kurt-Schumacher-Haus. Hansmann besitze das Rüstzeug für eine erfolgreiche Bewerbung.

SPD-Chef Kirci: „Wir wollten handlungsfähig blieben“

Alptekin Kirci sagte weiter, man habe mit der Eröffnung des Verfahrens wegen Untreue gegen OB Schostok rechnen müssen, deshalb habe man ihm vor Ostern die Kandidatur angetragen: „Wir wollten schnell sein, damit wir handlungsfähig bleiben.“ Das ist der SPD offenbar gelungen, denn der politische Gegner, allen voran die CDU, hat noch keinen Kandidaten. Bei der FDP, dem kleinen Gruppenpartner im Rat, wird der Name Patrick Döring gehandelt. Offiziell ist das aber noch nicht.

Hansmann, der sagte, dass er sich geehrt fühle über das entgegengebrachte Vertrauen seiner Partei, geht von harten Wahlkampfwochen aus. „Das wird kein Spaziergang. Auch wenn der Name Stefan Schostok im Wahlkampf schnell verblassen wird. Ich schaue nach vorne.“

Hansmann: Ein politisch denkender Mensch, der leiten will

Sein vordringlichstes Anliegen: Verloren gegangenes Vertrauen der vergangenen zwei Jahre wieder zu gewinnen – durch eine „transparente und im Konsens formulierte Politik“. „Hannover kann mehr als in den vergangenen zwei Jahren gezeigt. Hannover hatte eine Führungskrise. Ich kann das anders“, formulierte der 48-Jährige seinen Führungsanspruch. Er habe zehn Jahre einen großen Apparat im Rathaus geleitet: „Ich weiß wie Politik funktioniert, ohne eine klassische Politikerkarriere gemacht zu haben. Genau das brauchen wir jetzt.“ Er sei ein politisch denkender Mensch, der leiten könne.

Er wolle Hannover fit machen für die Zukunft, wozu für den Kandidaten vor allem zählt: Gezielte Förderung der Kinder von Beginn an durch frühkindliche Bildung und Schaffung ausreichender Krippen-und Kitaplätze. Gezielte Investitionen vornehmlich beim Wohnungsbau und schlussendlich die Stärkung des Klimaschutzes.

Klingt alles nicht nach Hexenwerk, sondern mehr nach konsequenter Umsetzung klassicher sozialdemokratischer Themen, an denen auch schon sein Baldvorgänger arbeitete. Großer Unterschied: die fehlende Politikerkarriere.

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Von Andreas Voigt