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OB-Wahl 2019 Hannovers Parteien suchen ihren OB-Kandidaten
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18:42 27.05.2019
Er will nicht: Patrick Döring hat der FDP abgesagt – er wird nicht in das Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters gehen.
Er will nicht: Patrick Döring hat der FDP abgesagt – er wird nicht in das Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters gehen. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

„Ein guter Start in die OB-Wahl.“ So bewertet Grünen-Vorsitzender Ludwig Hecke das Ergebnis der Europawahl. Der Triumph bedeute keinen Automatismus, sagt er: „Wir sind nicht machtbesoffen.“

Dennoch: Die Chance, den Verwaltungschef in Hannover zu stellen, sei noch nie so gut gewesen, weiß Hecke. Wer es denn wird, wollen die Mitglieder am 12. Juni entscheiden. Die Grünen haben eine Findungskommission eingerichtet und die Basis um Vorschläge gebeten. Nach NP-Infos seien an die 50 Namen eingegangen. Darunter der des Landtagsabgeordneten Belit Onay, Jurist und früher Ratsherr in Hannover, aber auch der des einstigen Umweltministers Stefan Wenzel. Hecke sagt nichts zur Zahl und zu den Namen. Er bestätigt lediglich: „Die Vorschläge gehen weit über Hannover hinaus.“ Auch mit Kandidaten aus anderen Bundesländern werden sich die Grünen beschäftigen.

Die CDU will schon in der kommenden Woche ihre „überzeugende Lösung präsentieren“. Nach NP-Informationen setzen sie auf einen Mann als OB-Kandidaten. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landtag, Mareike Wulf, von vielen als aussichtsreich gehandelt und wegen großer Sympathiewerte gewünscht, hat endgültig abgewunken.

Das Ergebnis der Europawahl sei stark geprägt vom Bundestrend, so der neue CDU-Hannover-Chef Maximilian Oppelt. Die OB-Wahl stehe unter ganz anderen Vorzeichen: „Hannover braucht einen inhaltlichen und personellen Neuanfang.“ Den garantiere die hannoversche CDU.

SPD-Parteichef Alptekin Kirci versichert: „Die Krise im Rathaus hat nichts mit dem Ergebnis dieser Europawahl zu tun.“ Die SPD habe leider Einbußen in allen deutschen Großstädten hinnehmen müssen – und das sei ein Problem, das vor allem die Bundespartei beschäftige.

Mit dem OB-Kandidaten Marc Hansmann sieht sich die SPD „personell gut aufgestellt“. Der frühere Stadtkämmerer und heutige Enercity-Vorstand sei „ein moderner und guter Bewerber“, „einer der’s kann“. Natürlich sei allen Sozialdemokraten klar: „Das wird kein einfacher Weg.“

FDP-Hannover-Chef Patrick Döring wurde immer wieder als OB-Kandidat ins Spiel gebracht, am Montagabend sagte er ab. „Ich stehe nicht für eine Kandidatur zur Verfügung“, sagte er nach einer Mitgliederversammlung seiner Partei. Grund: „Ich sehe mich nicht als Chef einer Verwaltung, bin mit Leidenschaft Parlamentarier“. Die FDP suche weiter nach einem Kandidaten – „innerhalb und außerhalb Hannovers“. Auch die Unterstützung eines Bewerbers einer anderen Partei sei möglich. Was er vom SPD-Mann Hansmann hält? Die FDP-Fraktion habe mit dem früheren Kämmerer zwar gut zusammen gearbeitet, so Döring. Allerdings gebe es Zweifel, ob jemand, der mit dem System und den Vorgängen im Rathaus in der Vergangenheit schon so eng verbunden gewesen ist, eine zukunftsweisende Wahl sein könne.

Von Vera König und Zoran Pantic