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OB-Wahl 2019 „Unehrlich und feige“: Brigadegeneral und Oberstleutnant teilen gegen AfD-Wundrak aus
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15:45 13.08.2019
Aufgestellt: Generalleutnant a.D. Joachim Wundrak tritt als AfD-Kandidat zur OB-Wahl an Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

„Jahrzehnte politischer Bildung verschlafen“ – das ist einer der heftigsten Vorwürfe gegen den neuen Hoffnungsträger der AfD in Hannover. Der einstige Dreisternegeneral Joachim Wundrak tritt als Kandidat der AfD zur OB-Wahl an. Nicht nur, weil er mit dem Bekenntnis zur Parteimitgliedschaft erst nach dem Großen Zapfenstreich rausgerückt war, steht der 64-Jährige jetzt unter Beschuss.

In einem offenen Brief zählt Brigadegeneral a.D. Klaus Wittmann den „Kameraden“ an. Der 73-jährige Historiker will wissen, warum Wundrak die AfD-Mitgliedschaft verschwieg. „Aus Angst vor Repressalien“, hieß es wiederholt. Wittmann fragt, vor welchen „Repressalien“ ein General denn Angst haben muss. „Da kann es doch eigentlich nur die Befürchtung gegeben haben, den Großen Zapfenstreich an der Seite der Ministerin in Gefahr zu bringen.“

„Vieles über Bord geworfen“

Der einstige Brigadegeneral listet sehr kritisch AfD-Positionen zur Sicherheitspolitik und zur Bundeswehr auf. Die Partei fordert unter anderem den Aufbau einer deutschen Militärjustiz und fordert „Befähigung und ... Motivation ... zum unerbittlichen Kampf im Gefecht“. Wittmann: „Sollten Sie sich mit all dem identifizieren, müssten Sie ja in atemberaubender Geschwindigkeit vieles von dem über Bord geworfen haben, wofür Sie bis vor Kurzem standen.“

Ein General, der Aussagen des AfD-Parteichefs Alexander Gauland nicht schlimm finde (der geäußert hatte, Hitler und die Nazis seien „nur ein Vogelschiss“ in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte) habe wohl im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst. Wundrak solle sein Engagement in der AfD überdenken, „solange noch Zeit ist, den guten Ruf zu retten“.

„Als Soldat schäme ich mich ein bisschen“

Wilfried Lorenz, früherer Bundestagsabgeordneter der CDU, damals im Verteidigungsausschuss und Oberstleutnant a.D., greift Wundrak ebenfalls an. Sich erst nach dem Großen Zapfenstreich zur AfD zu bekennen, sei „unehrlich und feige“. Lorenz: „Als Soldat schäme ich mich ein bisschen für diesen General.“

Die AfD, so Lorenz, lasse bei ihren Positionen zur Sicherheitspolitik „Nazigedanken aus der alten Wehrmacht aufleben“. Dass Wundrak das dulde, sei suspekt. „Ich spreche ihm jegliche Form von Aufrichtigkeit ab.“ Und damit disqualifiziere er sich als OB-Kandidat.

„Schaden für die Dienststelle“

Wundrak will sich zur geballten Kritik nicht äußern. Er habe nie gesagt, dass er Repressalien befürchte, so der AfD-OB-Kandidat im Gespräch mit der NP. Aber negative Reaktionen seien die wahrscheinliche Folge auf den Hinweis zu seiner AfD-Mitgliedschaft gewesen. „Das hätte Schaden für die Dienststelle und die Mitarbeiter bedeutet.“

In einem privaten Brief habe er Brigadegeneral a.D. Wittmann seine Positionen erklärt und ihn auf falsche Zitate hingewiesen. Das würde er auch bei Oberstleutnant a.D. Lorenz gern machen. „Aber nicht öffentlich über die Presse – das ist unkameradschaftlich“.

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Von Vera König

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