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Meine Stadt Nordstadt: „Bumke selber machen“ sammelt Unterschriften
Hannover Meine Stadt Nordstadt: „Bumke selber machen“ sammelt Unterschriften
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15:27 13.07.2019
Petition an die Stadt: Mitglieder der Initiative „Bumke selber machen“ sammeln Unterschriften vor dem Bumke-Gelände in der Nordstadt. Quelle: Christian Behrens
Hannover

„Wir wollen mitbestimmen und nicht nur beteiligt werden“, macht Christiane Bierbaum (72), Mitglied der Bürgerinitiative „Bumke selber machen“, am Sonnabend vor dem Bumke-Gelände am Engelbosteler Damm (Nordstadt) klar. Sie ist eine von rund zehn Männern und Frauen, die Unterschriften für eine Petition an den Rat der Stadt sammeln. Nach Meinung der Initiative bringe sich die Verwaltung zu wenig in den Prozess rund um das Bumke-Gelände und den Investor Gerlach ein – nur einer von vielen Kritikpunkten.

Mitglieder verließen Diskussionsrunde

Rückblick: Vor rund zwei Jahren kaufte das Theo Gerlach Wohnungsbau-Unternehmen das etwa 8200 Quadratmeter große Areal vom Elektro,- Heizungs- und Sanitärgroßhandel Hermann Albert Bumke. Ziel sei es, darauf eine „vielfältige und urbane Bebauung“ zu entwickeln. Seit März diesen Jahres wird im Rahmen eines öffentlichen Dialog- und Planungsprozesses ein städtebauliches Realisierungskonzept entwickelt. Doch bei der zweiten öffentlichen Diskussionsrunde in der Christuskirche gab es bereits Unstimmigkeiten, in Folge dessen Teile der Bürgerschaft das Gespräch verließen. Zu groß ist das Misstrauen gegenüber dem Investor.

Das Bumke-Gelände: Was auf dem rund 8200 Quadratmeter großen Gelände geschieht, ist noch unklar. Quelle: Christian Behrens

Vor wenigen Tagen entschied sich die Bürgerinitiative zu dem Ausstieg aus dem Beteiligungsprozess. „Ohne Transparenz und Verbindlichkeit durch den Investor macht das keinen Sinn“, hieß es in einer Rundmail.

„Wir werden nicht ernst genommen“

Und auch am Sonnabend wird der Ärger der Initiative, der sich inzwischen rund 120 Menschen angeschlossen haben, deutlich. „Die Bürgerbeteiligung wird nicht ernst genommen“, macht Ute Wieners (57) deutlich. „Wir haben uns stark beteiligt und Vorschläge abgeliefert. Beim letzten Forum haben wir aber festgestellt, dass von all dem nichts wiedergespiegelt wurde“, ergänzt Brigitte Gelies (53).

Kritisiert wird außerdem der geplante Abriss der alten Gebäude. „Es gibt Möglichkeiten diese zu erhalten“, so Ralf Theisen (59), seit 20 Jahren in der Nordstadt wohnhaft. Das wäre wesentlich günstiger. Und genau dort schließt sich der nächste wunde Punkt an. „Wir wollen keine Luxuswohnungen, das Areal soll so genutzt werden, dass normale Menschen dort leben können“, so Bierbaum.

Auch Bärbel Kunze (66) lebt sei 17 Jahren in der Nordstadt. Sie kritisiert: „Wir brauchen nicht über Inhalte reden, wenn der Investor nicht über Geld redet.“ Die 66-Jährige fordert: „Es wäre gut, wenn sich alle interessierten Nordstädter das Gelände mal anschauen könnten.“ Bereits jetzt unterstützt Fares Rahabi (43), Mitglied im Bezirksrat Nord (Die Linke), die Unterschriftensammlung und macht deutlich: „Die Initiative wünscht sich gemeinnützigen Wohnraum.“

Stadt und Investor bedauern Austritt

Der Investor bedauere den Ausstieg der Initiative und betont: „Wir sind weiterhin offen für den Dialog“, so Fabian Riese, Projektentwickler bei Gerlach. „Bei diesem Verfahren entscheidet keiner allein, viel eher ist es ein komplexes Verfahren, bei dem verschiedene Positionen und Parteien Einfluss auf das Ergebnis haben werden. Daher ist der offene Dialog mit allen Parteien so wichtig.“

Seitens der Stadt heißt es auf NP-Anfrage: „Die Landeshauptstadt Hannover bedauert außerordentlich den Ausstieg der Gruppe „Bumke selber machen“ aus dem Bürgerbeteiligungsprozess für die Umnutzung des Bumke Areals in der Nordstadt“, so Stadtsprecherin Michaela Steigerwald. Bisher habe es diverse Gespräche mit der Gruppe und der Stadtverwaltung geben. Aufgrund des Ausstiegs sei nun für Ende August ein weiteres Gespräch beim Stadtbaurat vereinbart worden.

Rund 900 Unterschriften wurden gesammelt

Die Initiative möchte nun andere Wege gehen. „Wir werden verstärkt auf die Stadt zugehen und wünschen uns, dass Vorschriften für die Bebauung geschaffen werden“, so Theisen. Rund 900 Unterschriften wurden bisher gesammelt.

Von Cecelia Spohn

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