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Meine Stadt Nordstadt-Brauerei plant zweite Hannover-Biersorte
Hannover Meine Stadt Nordstadt-Brauerei plant zweite Hannover-Biersorte
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12:22 04.03.2019
Die Vorstände Marc-Oliver Schrank und Janet König im Lager der Nordstadt-Brauerei am Engelbosteler Damm. Quelle: Wilde
Hannover

Es sieht noch etwas unaufgeräumt aus in den Büroräumen der Braurereigenossenschaft „Nordstadt braut“ am Engelbosteler Damm. „Hier hat gestern der Genussausschuss getagt“, sagt der Vorstandsvorsitzende Marc-Oliver Schrank, besser bekannt als „Onkel Olli“. Der Genussausschuss sei das beliebteste Gremium der Genossenschaft. Rund 50 Mitglieder gehörten ihm an. Sie treffen sich regelmäßig und testen die Biere, die die ehrenamtliche Entwickler zuvor kreiert haben. Das Ziel: Neben dem Pils „30167“ soll es endlich eine zweite Sorte geben.

Sechs Biere wurden in einer feucht-fröhlichen, aber auch kritischen Runde getestet. Nur wenn das neue Bier von den Genossenschaftsmitgliedern durchschnittlich 80 von 100 Punkten erhält, hat es eine Chance. „Es ist keins durchgekommen“, sagt Schrank, „der Genussausschuss ist ziemlich streng.“ Bis zum Sommer soll sie aber da sein, die zweite Sorte.

„Ein großes Miteinander“

Viel wahrscheinlicher ist aber, dass bis dahin eine weitere wichtige Marke steht. Spätestens beim Frühlingsfest am Freitag, 15. März, im Hafven in der Kopernikusstraße will die Brauerei ihren 400. Genossen begrüßen. Derzeit sind es 389 Mitglieder, die mindestens einen Anteil im Wert von 500 Euro erstanden haben. „Es ist ein großes Miteinander. Man braut nicht nur Bier, man lernt seine Nachbarn kennen und macht was für die Nordstadt“, sagt Janet König.

Sie gehört erst seit Februar den fünfköpfigen, ehrenamtlichen Vorstand an. Eine große Biertrinkerin war sie eigentlich nicht. Ihr gefällt aber das Prinzip der Genossenschaft. Dass jeder sich einbringen und mitdiskutieren kann. Zweimal im Monat gibt es ein öffentliches Treffen, dazu mehrere Arbeitsgruppen, die sich etwa mit der „Bierokratie“, dem Marketing oder der Technik beschäftigen.

Bier wird nicht filtriert

Oder eben mit dem Genuss. Und da sind sich Schrank und König einig, dass sie mit ihrem Pils einen guten Griff gemacht haben. „Es lässt sich sehr gut runtertrinken“, sagt König. Das liege vor allem daran, dass das Bier nicht filtriert werde. Denn dadurch gingen wichtige Geschmacksstoffe verloren. „Das Bier trifft den schmalen Grat. Es ist herb, aber auch malzig genug“, sagt Schrank.

Der Nachteil: Weil es eben nicht filtriert wird, sei es auch nur rund sechs Monate haltbar. Etwa einmal im Monat werde zwischen sechs bis 18.000 Liter Bier in der Altenauer Brauerei im Harz gebraut. „Im Vergleich zu Herrenhäuser sind die Mengen ein Tropfen ins kühle Glas“, sagt Schrank. Dennoch gebe es inzwischen 60 Verkaufsstellen in Hannover, regelmäßig kämen neue hinzu. Die Kiste kostet 29 Euro.

Keine Expansionspläne

Ein großer Traum bleibt die eigene Brauerei. Dafür sind rund 380.000 Euro nötig. Ein paar Genossen fehlen dafür noch. „Wir könnten auch einen Kredit aufnehmen, genug Eigenkapital haben wir bereits. Aber wir haben kein Bock, das Risiko einzugehen und uns von einer Bank reinreden zu lassen“, sagt Schrank.

Große Expansionspläne hegt die Nordstadt-Brauerei ebenso wenig. „Nach Hildesheim, Braunschweig oder Salzgitter wollen wir nicht“, sagt Schrank. Denn das habe auch Auswirkungen auf die Logistik. Derzeit liefere die Brauerei die Biere mit einem E-Lastenrad aus. 16 Kisten passen dort drauf. Auch deshalb soll das Zentrum Hannover und die Nordstadt bleiben. Getreu dem Motto der Genossenschaft: „Wir schmeißen zusammen, brauen Bier, trinken was wir können und den Rest verkaufen wir.“

Das sind Hannovers Lokalbiere

Wer an Bier aus Hannover denkt, dem fallen meist nur Herrenhäuser, Gilde oder das Hanöversche aus dem Brauhaus Ernst August ein. Doch auch darüber hinaus gibt es aber viele kleine Brauereien in der Stadt und im Umland, die ihre eigenen Kreationen produzieren. So etwa „Mashsee“, zu dessen Sortiment auch ein Lebkuchen-Bier gehört. Sieben Sorten aus Hopfen und Malz hat die Brauerei von Geschäftsführer Kolja Gigla bereits im Angebot. Die Biere vom „Beverly Pils“, über „Captain Blaubeer“ bis hin zum „Hafensänger“ sind eher dem höheren Preissegment zuzuordnen.

Ein richtig historischen Traditionsbier brauen die Brüder Christoph und Stephan Digwa auf dem Gutshof in Rethmar. Die Brauerei „Das Freie“ lässt das Broyhan wieder aufleben, das im 16. Jahrhundert quasi in aller Munde war. Es hat einen süß-harmonischen Geschmack. Am Fuße des Deisters in Springe entsteht das „405er“ mit bislang drei Sorten. Demnächst soll auch der „Sauparkrüpel“ hinzu kommen. Das Bier soll eine harzige und grasige Note bekommen und nach Wald schmecken. Benannt ist die Brauerei übrigens nach dem höchsten Punkt im Deister auf 405 Höhenmetern. In der Nähe in Eldagsen produziert die Brauerei Robens ihr Craft Bier.

Die Brauerei Burgdorf hat gleich neun Biere mit ordentlich Lokalkolorit im Angebot. Da gibt es etwa das „Burgdorf Rats-Pils“, den „Lehrter Lokschuppen“ oder den „Kolshorner Sommer“. In der Nachbarkommune Burgwedel ist 2017 die Brauerei wiederbelebt worden. Das „Burgwedeler Hell“ ist dort der Verkaufsschlager.

Von Sascha Priesemann

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