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Meine Stadt Hannover: Stadtkinder häufiger krank
Hannover Meine Stadt Hannover: Stadtkinder häufiger krank
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18:38 07.03.2019
Untersuchung beim Kinderarzt: KInder aus Hannover sind laut der DAK-Studie öfter krank als Gleichaltrige auf dem Land. Quelle: BSIP
Hannover

Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen – mehr als jedes vierte Kind in Niedersachsen ist chronisch krank. Zudem gibt es in Hannover deutlich mehr kranke Kinder als auf dem Land. Das sind die ebenso auffälligen wie besorgniserregenden Ergebnisse des Kinder- und Jugendreports, den die DAK-Gesundheit gestern vorstellte. Für die landesweit bislang größte Studie dieser Art hatte die Krankenkasse mit der Universität Bielefeld die Daten von fast 64.000 versicherten Kindern bis 17 Jahre ausgewertet. Die Zahlen sind alarmierend.

„Unser Report belegt, dass der Unterschied zwischen Stadt- und Landkindern in Sachen Gesundheit viel größer ist als gedacht“, betont Dirk Vennekold, Leiter der DAK-Landesvertretung. Der Kinder- und Jugendreport, der aufgrund der großen Menge an Daten als repräsentativ zu betrachten ist, zeigt unter anderem, dass Stadtkinder anders krank sind als Gleichaltrige aus ländlichen Gebieten. So leiden Kinder in Hannover häufiger unter Zahnkaries und krankhaftem Übergewicht. Dazu sind sie stärker von Verhaltensstörungen und Depressionen betroffen. Landkinder hingegen haben häufiger eine akute Bronchitis.

Stadtkinder kosten Krankenkassen mehr Geld

Das dokumentieren letztlich auch die Ausgaben der Krankenkasse: Für Medikamente und Arztbesuche zahlt die DAK-Gesundheit bei Stadtkindern mehr Geld. „Am höchsten ist die Differenz im Arzneimittelbereich: Wir haben hier 2016 durchschnittlich für jedes Landkind 162 Euro ausgegeben, für jedes Stadtkind 202 Euro, also knapp ein Viertel mehr“, rechnet Vennekold vor. Dies sei insbesondere auf mehr Verschreibungen von Schnupfenmedikamenten und Schmerzmitteln unter Stadtkindern zurückzuführen.

Auch der Bildungsstand ist entscheidend

Zumindest in Ansätzen kann Kinderarzt Thomas Buck erklären, wieso Stadtkinder teils deutlich öfter erkranken. Nach seinen Erfahrungen gehen bestimmte Krankheiten einher mit dem Bildungsstand der Eltern. Adipositas (krankhaftes Übergewicht) oder Karies trete laut Buck beispielsweise öfter bei „bildungsfernen Eltern“ auf. Diese würden statistisch gesehen eher in günstigeren Stadtwohnungen leben als auf dem Land. „Gesunde Ernährung verlangt unglaublich viel Wissen. Wir brauchen noch mehr Prävention“, fordert er.

Schon Schulkinder leiden unter Rückenschmerzen

Ebenfalls alarmierend: Laut Studie sind in Niedersachsen 27 Prozent mehr Kinder als im bundesweiten Schnitt von Asthma betroffen, rund 91 von 1000. Auch unter krankhaftem Übergewicht und Rückenschmerzen leiden demnach schon Schulkinder. Ab dem zwölften Lebensjahr seien 26 Prozent aller Jungen und Mädchen von Muskel-Skelett-Problemen betroffen. „Das ist alarmierend, denn frühe Muskel-Skelett-Probleme können im Erwachsenenalter schwere Rückenleiden nach sich ziehen“, warnte Vennekold von der DAK.

Ein Interview mit Thomas Buck lesen Sie hier.

Von André Pichiri

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