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Meine Stadt Neue Studie: Hannover schneidet schlecht ab beim Autoverkehr
Hannover Meine Stadt Neue Studie: Hannover schneidet schlecht ab beim Autoverkehr
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12:25 01.11.2019
Viel diskutiert: Der Verkehr ist aus Sicht vieler Bürger in Hannover ein besonders großes Problem. Das Thema spielt auch im OB-Wahlkampf eine große Rolle. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Für Autofahrer ist Hannover kein gutes Pflaster. Zu diesem Ergebnis kommt der Autoversicherer Cosmos Direkt in einer aktuellen Studie. Im Vergleich mit 17 weiteren deutschen Großstädten landet die Stadt lediglich auf Rang 14. Besonders schlecht schneidet sie in Sachen Sicherheit ab. Laut der Untersuchung kommt es in Hannover je 1000 Einwohner zu 69 Unfällen. In keiner anderen Kommune in der Studie sind es mehr. Zum Vergleich: In Leipzig sind es nur 23, in Dresden 28.

Schlusslicht ist Hannover auch bei der Zahl der Werkstätten mit nur 0,3 je 1000 Pkw. In Essen, Leipzig und Dortmund sind es rund fünfmal so viele. Ein Problem, das gerade in dicht besiedelten Quartieren für viel Parkdruck sorgt, ist auch die Tatsache, dass es in Hannover 502 Pkw je 1000 Einwohner gibt. Nur in Bochum (539), Bonn (538), Bielefeld (509) und Düsseldorf (503) sind es mehr. In Leipzig sind es nur 391 je 1000 Einwohner, in Berlin 335.

Weniger Stau als in den meisten anderen Städten

In Sachen Stau schneidet Hannover laut Cosmos Direkt allerdings besser ab als die meisten anderen Städte in der Studie. Hier müssen Autofahrer im Schnitt 22 Prozent mehr Zeit als bei freier Fahrt einplanen. In Hamburg sind es 33 Prozent Zeitverlust. Nur in fünf Kommunen rollt der Verkehr störungsfreier als in Hannover.

Die Verkehrsprobleme sind für viele Hannoveraner ein wichtiges Thema – auch im OB-Wahlkampf. Zwar halten 23 Prozent der Befragten in einer von Madsack beauftragten Forsa-Umfrage die Lage am Wohnungsmarkt für das größte Problem. Für 19 Prozent sind es jedoch die vielen Baustellen in der Stadt, für 18 Prozent der Verkehr generell, 14 Prozent nannten die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs, 13 Prozent die Staus, 7 Prozent das Angebot an Fahrradwegen und jeweils 4 Prozent die Parkplatzsituation und den Zustand der Straßen. Für 2 Prozent der Befragten gehören die E-Scooter zu Hannovers größten Problemen.

Scholz sieht viele Sicherheitsrisiken in Hannover

Eckhard Scholz, OB-Kandidat der CDU, zeigt sich „nicht überrascht“ über die Ergebnisse der Studie von Cosmos Direct. Hannover sei „nicht ohne Grund eine der Großstädte mit den meisten Unfällen“. Aus Sicht von Scholz sind „Dauerbaustellen, schlecht ausgebaute Radwege und die oft fehlende Fahrbahntrennung ein erhebliches Sicherheitsrisiko“. Gerade der schlechte Zustand der Radwege zeige, dass der Verkehrssicherheit nicht die erforderliche Priorität eingeräumt werde. Scholz will die Ausgaben für den Radverkehr deshalb auf 15 Millionen Euro verdreifachen.

Für den Grünen Belit Onay steht Verkehr auch oben auf der Liste der wichtigsten Themen. Er fordert ein „Umdenken in der Verkehrsplanung“. Innerhalb der Stadt müsse das Fahrrad ein „gleichberechtigtes Verkehrsmittel sein“.

Onay für autofreie Innenstadt ab 2030

Auch er will für die Sicherheit „Radwege und Radstreifen baulich abtrennen“, zum Beispiel mit Pollern. Onays weitestgehender Vorschlag ist die „autofreie Innenstadt bis zum Jahr 2030“, mit der er Raum für Radfahrer und Fußgänger gewinnen will. Um das möglich zu machen, will der grüne OB-Kandidat zunächst aber den ÖPNV, das Radwegenetz, Carsharing und Park & Ride-Stationen ausbauen.

Die autofreie Innenstadt ist wohl eines der Themen, die besonders polarisieren im Wahlkampf. Eine Forsa-Umfrage hat ergeben, dass 43 Prozent der Hannoveraner dafür sind, 54 Prozent dagegen. Auch CDU-Kandidat Scholz hält wenig von der Idee: „Ein Autoverbot würde die Verkehrsprobleme nur in die umliegenden Stadtteile verlagern und die Innenstadt abschneiden“, warnt er.

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Von Christian Bohnenkamp

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