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Meine Stadt Neue Freilichtbühne: Stadt verbietet Einweihung
Hannover Meine Stadt Neue Freilichtbühne: Stadt verbietet Einweihung
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00:18 26.09.2018
Neue Freilichtbühne: Dort sollte am Wochenende eigentlich das hochkarätige Feuerwehrorchester „Opus 112“ auftreten. Doch die Stadt untersagte am Freitag den Auftritt auf dem Gelände des historischen Eisenbahnausbesserungswerkes in Leinhausen. Quelle: Kutter
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Hannover

Axel Stelter hat schon lange Ärger mit der Stadt. Er kämpft seit Jahren dafür, im historischen Eisenbahnausbesserungswerk Leinhausen Wohnungen einzurichten. Die Genehmigung dafür verweigert die Verwaltung jedoch. Nun erreicht der Konflikt einen neuen Höhepunkt: Die Baubehörde hat dem Eigentümer am Freitag das Konzert untersagt, das dieser am Samstag auf einer neuen Freilichtbühne auf dem Gelände ausrichten wollte.

Stelter hätte das Konzert „trotzdem durchgezogen“, versichert er. Allerdings sollte das städtische Feuerwehrorchester „Opus 112“ auftreten. Und dem verbot die Verwaltung, auf der Freilichtbühne im Leinhausenpark zu spielen. „Ich frage mich, wie man Kulturhauptstadt werden will, wenn solche Initiativen kaputtgemacht werden. Das ist wirklich schlimm“, ärgert sich Stelter, aus dessen Sicht die Stadt so auch nicht dem Titel „Unesco City of Music“ gerecht werden kann.

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Kein Konzert: Am Eingang zum Leinhausenpark machen Hinweiszettel auf das kurzfristige Verbot der Veranstaltung aufmerksam. Quelle: Franson

Zumal das Verbot seiner Ansicht nach völlig ungerechtfertigt ist. Denn: „Die Stadt ist gar nicht zuständig“, sagt Stelter. Offiziell handele es sich bei dem Gelände noch um eine Betriebsfläche der Eisenbahn. Deshalb sei dafür das Eisenbahnbundesamt zuständig. Er verweist auch darauf, dass die Bahn dort regelmäßig ein Sommerfest ausrichte. Außerdem habe er zu einem anderen Projekt auf dem Gelände einen Bauvorbescheid der Baubehörde bekommen, indem diese selbst erklärt hatte, dass sie nicht zuständig sei, solange es sich noch um ein Eisenbahngelände handele.

Einen Antrag für das Konzert auf der neu errichteten Freilichtbühne stellte Stelter dennoch beim Eventmanagement der Stadt. Allerdings habe die Bauverwaltung nun kurzfristig „die Umwidmung der Wiese gefordert“. Am Freitag kam die Absage. „Zu spät, um noch vor dem Verwaltungsgericht dagegen vorzugehen“, sagt der Investor.

Stadt: Antrag zu spät gestellt. Dirigent bedauert Absage.

Stelter habe den Antrag „leider erst gestellt, nachdem er schon Werbung für die Veranstaltung gemacht hat“, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Dieser sei auch „zu knapp gestellt worden“. Vor allem „aus bauordnungsrechtlichen Gründen“ habe die Verwaltung jedoch keine andere Wahl gehabt, als den Antrag abzulehnen, so die Sprecherin.

Hugo Loosveld, der Dirigent des Feuerwehrorchesters „Opus 112“, bedauert die Absage der Veranstaltung. „Die Location ist ein absolutes Highlight. Wir hätten dort gerne gespielt“, versichert er. Da sein Ensemble allerdings ein städtisches Orchester sei, habe man „nicht ohne Genehmigung spielen können. Da können wir uns nicht drüber hinwegsetzen“, so Loosveld, der allerdings hofft, dass das Konzert im nächsten Jahr – mit Genehmigung – stattfinden kann. „Dann sind wir sofort dabei“, verspricht er.

Stelter will dafür kämpfen. Er kündigt an, gegen die Entscheidung der Stadt vor dem Verwaltungsgericht vorzugehen.

Von Christian Bohnenkamp