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Meine Stadt Neue Enercity-Zentrale kostet 80 bis 90 Millionen Euro
Hannover Meine Stadt Neue Enercity-Zentrale kostet 80 bis 90 Millionen Euro
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22:24 17.01.2018
Neue Enercity-Zentrale an der Glocksee
Neue Enercity-Zentrale an der Glocksee  Quelle: enercity
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Hannover

Bitte kein Hochhaus mehr. Bitte keinen Turm, der abweisend aussieht. Bitte mehr Licht und bessere Akustik. Gefragt nach guten Bedingungen für ihre Arbeit, hätten das sicherlich die meisten Mitarbeiter von Enercity (vormals Stadtwerke Hannover) auf ihrer Liste gehabt. Bald werden ihre Wünsche wahr.

Der kommunale Energieversorger will nach dem Auszug aus dem Turm des Ihme-Zentrums direkt gegenüber einen Neubau an der Glocksee beziehen. Das Gelände ist gut zwei Hektar groß und bisher bebaut mit dem Gasometer aus dem 19. Jahrhundert (bleibt erhalten) und sanierungsbedürftigen Bürogebäuden (werden abgerissen).

An ihre Stelle rückt der große Wurf: ein sechsstöckiges Ge­bäude, dessen steinerne Fassade aufgebrochen wird durch viel Glas, mit großem Atrium, einer Art Marktplatz mit Freitreppe im Erdgeschoss, Büros unterschiedlicher Größe, Konferenzräumen, Teeküchen und Brücken, die über einen überdachten Innenhof führen.

Lichtdurchflutet soll die neue Zentrale sein, einladend. „Wir denken Zukunft“, sagt Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz, „wir gestalten Arbeitswelten, die auch in 15 oder 20 Jahren Menschen glücklich und zufrieden machen.“

15 Architektenbüros aus dem Bundesgebiet hatten sich der Aufgabe gestellt, den Zukunftsstandort zu schaffen. Gewinner ist die Stuttgarter Gemeinschaft „haascookzemmrich Studio 2050“. Sie plane einen „Neubau mit Signalwirkung“ findet Stadtbaurat Uwe Bodemann, zugleich Mitglied der Jury. Da entstehe ein „Solitär, der Kreativität entfacht“.

Weitz schwärmt von einer neuen Welt. Weil es sich einfach für ein Energieversorgungsunternehmen gehört, wird nachhaltig und energieeffizient geplant. Der Neubau soll den Passivhausstandrad erfüllen und Flächen mit Solarzellen bekommen, außerdem eine Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge.

Enercity lässt sich die Zen­trale 80 bis 90 Millionen Euro kosten – Abriss des Altbaus inklusive. Weil auch die Stadtbahnhaltestelle Glocksee ein neues Gesicht bekommt, wird der Übergang von der City nach Linden erheblich aufgewertet, finden Planer und Politiker. Das Ganze habe „quartiersprägenden Charakter“.

Lange Zeit hatten die Stadtwerke als Ersatz-Firmensitz die Stammestraße in Ricklingen im Visier und dafür schon Architekturideen gesucht. Dort ist stattdessen jetzt eine Sanierung der Gebäude geplant; die Glocksee wird das neue Herzstück des Unternehmens – mit Erweiterungsmöglichkeiten in einem zweiten Bauabschnitt. Da entstehe „ein kleines Dorf“, so Architekt Martin Haas. Das für den Hochwasserschutz parkähnlich gestaltete Gelände am Fluss sei ein Pluspunkt.

In die neue Zentrale ziehen rund 550 Beschäftigte ein – voraussichtlich 2020/2021. Ende dieses Jahres beginnen die Abrissarbeiten an der Spinnereistraße.

Von Vera König