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Meine Stadt Neue Ampeltechnik in Hannover: Im Schlafmodus über die Straße
Hannover Meine Stadt Neue Ampeltechnik in Hannover: Im Schlafmodus über die Straße
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18:48 16.05.2019
Hier wird getestet: An der Haltestelle „Universität“ sollen zwei Schlafampeln in Betrieb gehen. Quelle: Foto: Wilde
Hannover

An drei Ampeln in Hannover haben Fußgänger künftig die Wahl: Drücken sie auf den Knopf, warten auf Grün und gehen dann über die Straße? Oder entscheiden sie sich für die schnelle Variante, bei der die Ampel komplett aus bleibt, also weder Rot noch Grün angezeigt werden? „Schlafampel“ heißt das, was die Verwaltung nun erstmals in Hannover ausprobiert.

In Betrieb gehen sollen die Anlagen am Montag. Zwei davon zwischen dem Hauptgebäude der Leibniz-Universität und der Haltestelle „Universität“, eine weitere am nördlichen Zugang der Haltestelle „Schneiderberg/Wilhelm-Busch-Museum“.

Bisher war es dort so, dass die Ampeln für den Kraftverkehr in der Grundstellung aus waren, für Fußgänger zeigten sie Rot. Erst nach Betätigung des Ampelknopfes sprang sie für Autofahrer auf Rot, für Fußgänger auf Grün.

Stadt warnt mit Aufklebern vor neuer Technik

Die Stadt scheint jedoch Zweifel daran zu haben, dass die Fußgänger mit der neuen Technik klarkommen. Sie bringt deshalb an den Ampeln Aufkleber an, die erklären, wie diese funktionieren. „Vorsicht“ warnt die Stadt. Bei der Variante ohne Signal habe der Straßenverkehr Vorrang. „Sicherer“, so heißt es auf dem zweiten Aufkleber, sei das Gehen bei Grün.

Wer dennoch ratlos vor der Ampel steht und nicht weiß, wie er es über die Straße schaffen soll, kann mit seinem Smartphone über einen an die Ampel geklebten QR-Code einen Text auf der Internetseite der Stadt aufrufen. Darin werde „ausführlicher über das Verhalten an Schlafampeln informiert“, teilt diese mit.

Wissenschaftlich begleitet werden soll das neue Ampelprojekt auch. Geplant sind unter anderem Befragungen der Verkehrsteilnehmer. Auch die Bundesanstalt für Straßenwesen ist mit einem Forschungsprojekt beteiligt.

Polizei will keine Schlafampeln auf der Marienstraße

Im Bezirksrat Mitte hatte es zuvor schon die Forderung gegeben, auch an der Marienstraße Schlafampeln einzuführen, um den Verkehrsfluss auf der oft verstopften Straße zu verbessern.

Die Polizei hatte sich bei einer Expertenbefragung zwar grundsätzlich „aufgeschlossen gegenüber Schlafampeln“ gezeigt. Für die Marienstraße riet sie davon aber ab. „Bei Schlafampeln, die permanent dunkel bleiben, verzichten Fußgänger auf einen gewissen Schutz“, hatte die Polizei erklärt.

Gerade für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Kinder und ältere Menschen seien Schlafampeln „eine Herausforderung“.

Von C. Bohnenkamp