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Meine Stadt Onay beschwört den Teamgeist
Hannover Meine Stadt Onay beschwört den Teamgeist
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17:31 28.11.2019
Nach der Vereidigung: Thomas Hermann (links) gratuliert dem neuen OB Belit Onay. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Schon wieder eine neue Krawatte. „Muss sein zu einem solchen Anlass“, findet Belit Onay, der sonst nie einen Binder um den Hals trägt. Doch am Donnerstag trug er zum zweiten Mal die goldene Amtskette: Im Rat vereidigte Thomas Hermann den 38-Jährigen als neuen OB.

Selten ist die Zuhörertribüne so voll gewesen, selten das Interesse auch überregionaler Medien so groß. Die Kameras klickten in einer Tour, als der „liberale Muslim“ Onay schwor – ohne die Formel „So wahr mir Gott helfe“.

Blumen zuhauf überreicht

Von den Fraktionschefs gab es Blumensträuße. Viele im Rat kennt Onay noch aus der Zeit, als er selbst als Vertreter der Grünen hier saß. Seine Antrittsrede begann er darum auch mit den Worten „Schön, wieder hier zu sein.“

Für mehr als eine halbe Million Hannoveraner verantwortlich zu sein, die Geschicke der Stadt maßgeblich zu steuern und das mit mehr als 10.000 Mitarbeitern – „das flößt mir tiefen Respekt ein“, so Onay.

Autofreie City bleibt Ziel

Anders als bei seiner Amtseinführung am Freitag sprach der neue OB über die Herausforderungen für die Zukunft: Wohnraummangel und Mietenkrise, Umsteuern in der Verkehrspolitik. Sein erklärtes Ziel sei die autofreie Innenstadt 2030. Natürlich setze das Lösungen für Gewerbe, Lieferverkehr, Pendler, das Handwerk und Menschen mit Handicap voraus.

Ebenso wichtig ist dem Verwaltungschef der soziale Zusammenhalt .Niemandem dürfe soziales Gefälle egal sein oder „wenn einzelne Menschen am Ende einer Reihe persönlicher Tragödien durch alle sozialen Netze fallen und auf der Straße landen“.

„Das gehört sich nicht!“

Onay versprach, sich einzusetzen für die Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025, für den Ausbau der Infrastruktur. Es brauche „nicht nur ausreichend finanzielle Mittel, gute Ideen und Pläne, klare Entscheidungen“, es brauche neuen Teamgeist. Pauschale Vorwürfe, Angriffe oder gar billigen Spott, denen Mitarbeiter der Verwaltung ausgesetzt waren durch die Rathausaffäre – „das gehört sich nicht!“

Probleme müssten benannt werden, angefangen von Bearbeitungszeiten in der Bauverwaltung, bei der Beantragung des Elterngeldes oder der Ummeldung des Wohnortes. Das aber „ohne mit dem Finger auf Schuldige zu zeigen“.

Der neue OB appellierte an ein neues Miteinander im Rat, im Zweifel auch im harten Streit um den richtigen Weg. „Solche Debatten sind ein Schleifstein für gute Ideen.“ Ale sollten sich darauf besinnen, dass in den Grundfragen des Zusammenlebens viel mehr Verbindendes als Trennendes existiert.

Danach stand harte Arbeit an. 36 Punkte auf der Tagesordnung. Am Ende der langen Sitzung ein Empfang für den Mann, der da die Krawatte schon wieder abgelegt hatte. Ausnahmsweise mit Bier und Wein.

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