Nächste Runde in Hannovers Freibadzoff: Stadt bestreitet Drohungen
Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Nächste Runde in Hannovers Freibadzoff: Stadt bestreitet Drohungen
Hannover Meine Stadt

Nächste Runde in Hannovers Freibadzoff: Stadt bestreitet Drohungen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:03 24.06.2020
Zankapfel: Das Annabad wollte mehr Besucher als 999 reinlassen. Daran gab es Kritik. Quelle: Florian Petrow
Anzeige
Hannover

Das Annabad wollte mehr als 999 Besucher reinlassen, die bisher als Obergrenze in Corona-Zeiten galten. Dafür gab es Ärger von der Stadt. Diese habe mit der Schließung gedroht. So jedenfalls berichtete es Horst Schröder, der Badleiter des Annabads, der NP. Die Verwaltung bestreitet das vehement. „Keine Dienststelle der Stadt, auch nicht der Fachbereich Sport und Bäder, hat Herrn Schröder oder dem Annabad mit Schließung gedroht“, sagt Stadtsprecher Udo Möller.

Sie könne das auch gar nicht tun, sie sei „nicht die zuständige Behörde“. Das vom Polizeisportverein betriebene Bad sei „für die Einhaltung der Maßnahmen zum Schutz vor Corona eigenverantwortlich“, betont Möller.

Anzeige

Annabad will erst einmal an Obergrenze festhalten

Aussagen, die wiederum Annabad-Leiter Schröder empören. Er versichert der NP, dass er sich sehr genau an das Gespräch mit Heike Rudolph, der Leiterin des Fachbereichs Sport und Bäder, erinnere. „Wir machen Ihnen das Bad dicht“, habe diese gesagt. „Dazu stehe ich, das war so“, sagt Schröder.

Dennoch wolle man sich erst einmal an die bisher geltende Obergrenze von 999 Besuchern halten. Schweren Herzens. Denn am Dienstag musste das Annabad schon kurz den Zugang sperren, weil die Zahl sonst überschritten worden wäre. Und an den kommenden Tagen – und vor allem am Wochenende – ist noch mit deutlich mehr Besuchern zu rechnen.

Lesen Sie auch: Jugendliche randalieren im Volksbad Limmer

Verantwortliche hoffen, bald mehr Besucher reinlassen zu können

Schröder hofft, schon bald mehr Besucher reinlassen zu können. Am Dienstag hatte schon die Zahl 3000 die Runde gemacht, von der sich die Verantwortlichen aber bald wieder distanzierten. „Ich habe mir alle aktuellen Verordnungen durchgelesen und nirgendwo eine Obergrenze für die Freibäder gefunden“, sagt Schröder.

Bestätigt fühlt er sich durch die Aussage der Region Hannover. Die hatte am Dienstag erklärt, dass es in der aktuellen Verordnung des Landes keine ausdrückliche Mengenbegrenzung für Besucher von Freibädern gebe. Einzuhalten sei aber ein Mindestabstand von 1,5 Metern. Einer gesonderten Genehmigung des Gesundheitsamtes bedürfe es nicht.

Corona-Zeiten: Diese Schwimmzeiten gelten in Hannovers Bädern

Das Lister Bad ist unter der Woche von 6 bis 10 Uhr, von 11 bis 17 Uhr und von 18 bis 20.30 Uhr geöffnet. Sonnabends sowie an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 11 sowie von 12 bis 20 Uhr. Das Lister Bad dürfen maximal gleichzeitig 960 Personen besuchen. Im Schwimmbecken dürfen sich 64 aufhalten, im Sprungbecken 43, im Nichtschwimmerbecken 72.

Das Naturbad in Hainholz öffnet täglich von 10 bis 19 Uhr. Auch dort dürfen sich maximal 960 Personen gleichzeitig aufhalten. Ins große Schwimmbecken dürfen 51 Badegäste, ins Nichtschwimmerbecken maximal 49.

Das Ricklinger Bad hat Montag bis Freitag von 7 bis 10, 11 bis 17 und 18 bis 20 Uhr geöffnet. An Wochenenden und Feiertagen ist von 7 bis 11 sowie von 12 bis 20 Uhr öffentlicher Badebetrieb. Im Ricklinger Bad liegt die Obergrenze bei 800 Personen. Ins Schwimmerbecken dürfen 64 Personen, ins Nichtschwimmerbecken 53.

Im Misburger Bad ist montags bis freitags öffentlicher Badebetrieb von 6.30 Uhr bis 10 Uhr, 11 bis 17 Uhr und 18 bis 20 Uhr. Am Wochenende und an Feiertagen hat das Bad von 8 bis 11 Uhr sowie von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Ins Schwimmbecken dürfen 31 Personen, ins Nichtschwimmerbecken 28. Insgesamt dürfen sich im Bad 753 Personen aufhalten, hat die Stadt festgelegt. Wenn die erlaubte Zahl der Schwimmer im Becken erreicht ist, sei ein „weiterer Zugang erst möglich, wenn eine Person das Becken verlässt“, erklärt die Stadt. Die Anmeldung, bei der persönliche Daten angegeben werden müssen, erfolgt unter www.reservierung-baeder-hannover.de.

Das Annabad öffnet täglich von 6 bis 20 Uhr. Dort sind 999 Besucher auf der Anlage erlaubt, 64 dürfen ins große Sportbecken. Auch ins Volksbad Limmer dürfen ebenfalls 999 Besucher sowie 64 gleichzeitig ins Sportbecken. Allerdings öffnet das Freibad täglich nur von 13 bis 18 Uhr. In beiden Bädern ist keine Online-Anmeldung erforderlich.

Im deutlich kleineren Schwimmbad des RSV Leinhausen dürfen sich 350 Menschen gleichzeitig aufhalten. Gäste können zwischen 8 und 10 Uhr sowie zwischen 14 und 19.30 Uhr das Freibad besuchen.

Von Christian Bohnenkamp

Anzeige