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Meine Stadt Bio-Bauer fordert „wolfsfreie Zonen“ – für Nabu „unmöglich“
Hannover Meine Stadt Bio-Bauer fordert „wolfsfreie Zonen“ – für Nabu „unmöglich“
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13:15 09.07.2019
Wanderer: Nun fordert ein Bio-Bauer wolfsfreie Zonen. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Hannover

Wolfsfreie Zonen in Deutschland? Das fordert Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandschef des Dachverbandes des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Und das bringt den Naturschutzbund (Nabu) auf den Plan. Philip Foth, Sprecher des Nabu Niedersachsen, kann nur mit dem Kopf schütteln: „Wie soll das denn funktionieren?“ Wölfe würden pro Tag und Nacht etwa 70 Kilometer weit laufen. Foth zur NP: „Wolfsfreie Gebiete zu fordern, ist utopisch. Dann müsste man den Wolf ja einzäunen.“

Bedrohung für Öko-Tierhaltung?

Felix Prinz zu Löwenstein hatte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ argumentiert: Der Wolf stelle für die Öko-Tierhaltung auf Weiden und Almen eine Bedrohung dar. Die Politik müsse klären, „wo Platz ist für den Wolf, wo er genug Biotop hat“. Eine vergleichbare Regelung gebe es bei Hirschen. Einzelne Bundesländer hätten sogenannte Rotwild-Gebiete ausgewiesen, in denen die Tiere unter besonderem Schutz stehen. Außerhalb droht ihnen der Abschuss.

Der Wolf wandert

Das Argument zieht für Foth nicht. „So eine Grenzziehung funktioniert nicht, der Wolf ist ein wanderndes Tier. Gerade die Jungtiere wandern und erschließen sich neue Gebiete.“ Auch sei der Wolf europaweit geschützt. „Es gibt immer wieder solche Forderungen, aber die sind nicht durchsetzbar. Man kann nicht einfach einen Wolf abschießen.“

Weidetierrisse in Niedersachsen überschaubar

Philip Foth macht darauf aufmerksam, dass die Landesjägerschaft erst kürzlich festgestellt und im Landesjagdbericht festgehalten habe, dass Weidetiere nur einen geringen Anteil des Nahrungsspektrums des Wolfes darstellten. Nur 0,49 Prozent seien dies. „Natürlich kann es im Einzelfall Probleme geben, das sehen wir ja beim Rodewalder Rudel“, so Foth. Manchmal würden Jungtiere lernen, Weidetiere zu reißen. „Aber in diesen Fällen gibt es Unterstützung vom Staat und auch wir haben ein Projekt, um beim Herdenschutz zu helfen.“ Material zum Herdenschutz werde vom Staat zu 100 Prozent gefördert, beim Aufbau etwa der Zäune würden Ehrenamtliche auch des Nabu helfen.

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