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Meine Stadt NSI-Affäre: Die Pannen des Professors
Hannover Meine Stadt NSI-Affäre: Die Pannen des Professors
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12:16 17.02.2020
Der Chef des Niedersächsischen Studieninstituts, Michael Koop: Er ist verantwortlich für teure Planungsfehler und Intransparenz. Quelle: Steffen
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HANNOVER

Am Niedersächsischen Studieninstitut wird das Verwaltungspersonal der Kommunen ausgebildet. Man sollte meinen, dass hier die gute Organisation eines Staates unterrichtet wird. Schaut man hingegen ins Chefbüro von Professor Michael Koop könnte man meinen, dass Misswirtschaft, Intransparenz und Mobbing auf dem Lehrplan stehen.

Panne Nummer 1: Für fehlende Baugenehmigungen und miserable Kalkulationen machte Koop den Technischen Leiter und Betriebsratsvorsitzenden, Oliver Seibel, verantwortlich. Er zeigte den Betriebsratsvorsitzenden wegen Untreue, Verrat von Betriebsgeheimnissen und Datenklaus an. „Die Ermittlungen haben keinen Tatverdacht ergeben“, erklärte Oliver Eisenhauer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover. Vor dem Arbeitsgericht zeichnet sich ab, dass auch die fünf Kündigungen des Technischen Leiters nicht zu halten sind. Es droht eine hohe Abfindungszahlung.

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Der Professor verweigert konkrete Auskünfte

Panne Nummer 2: Das NSI hat in Person von Professor Koop im Zuge der öffentlichen bekannt gewordenen Pannen Anwälte und Berater beschäftigt. Koop macht über die Höhe der Honorare keine Angaben.

Panne Nummer 3: Weil Koop als Präsident des NSI gegen einen gerichtlichen Vergleich zwischen Seibel und dem NSI verstoßen hatte, wurde ein Zwangsgeld in Höhe von 5000 Euro fällig. Koop hatte sich auf einer Betriebsversammlung abfällig über den gefeuerten Betriebsratsvorsitzenden geäußert und damit den Vergleich verletzt. Doch nicht Koop zahlte das Geld, sondern das NSI. „Ein Zwangsgeld wurde gegen das NSI verhängt, hingegen nicht gegen mich“, erklärte Koop knapp. Der Chef lässt also die öffentliche Hand für seinen Fehler bluten.

Mensa mehr als doppelt so teuer

Panne Nummer 4: Das NSI fordert 300.000 Euro von Seibel. Das sind die Kosten für den Bau einer Mensa in Braunschweig. Die Mensa sollte ursprünglich am 1. Januar 2019 eröffnet werden. Seitens der NSI-Chefetage wurde der Baubeginn um ein Jahr vorverlegt. Die Mensa ist immer noch nicht in Betrieb. Auch das Arbeitsgericht äußerte Zweifel, ob Seibel die Fehlplanung anzulasten sei.

Panne Nummer 5: Der Umbau der NSI-Mensa in Oldenburg kostete nach NP-Informationen mehr als das Doppelte. Der Plan sah Kosten von 350.000 Euro vor (Stand 2016). Koop hält die Investition für etwa 80 Essen am Tag für „angemessen und erforderlich“.

Mitarbeiterin zu Unrecht beschuldigt?

Panne Nummer 6: Viele Jahre wurde die „Villa“ in Hannover (Wielandstraße 5, Calenberger Neustadt) ohne Baugenehmigung, also widerrechtlich, als Lehr- und Lernort für die Studenten genutzt. Erst Ende 2020 sind die notwendigen Umbauten abgeschlossen.

Panne Nummer 7: Neben Seibel wurde im Rahmen der NSI-Affäre einer weiteren Mitarbeiterin gekündigt. Gegen sie wurde der Vorwurf erhoben, sie hätte einen privaten Kfz-Schaden als Dienstunfall angegeben. Der Betrugsvorwurf wurde vom NSI laut NP-Informationen nie angezeigt. Die Frau fühlte sich schwer gemobbt und musste in ärztliche Behandlung. Professor Koop lehnte eine Stellungnahme zu diesem Vorfall ab.

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Von Thomas Nagel

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