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NP-Rendezvous 2019 NP-Bühne wird zur Wahlkampf-Arena für vier OB-Kandidaten
Hannover Meine Stadt NP-Rendezvous 2019 NP-Bühne wird zur Wahlkampf-Arena für vier OB-Kandidaten
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11:37 05.07.2019
Wahlkampf-Auftakt: Iyabo Kaczmarek (links), Jessica Kaußen, Adam Wolf und Jörn König stellen sich den Fragen von Christoph Dannowski. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Locker, interessant und amüsant – die NP hat das Rendezvous im Stadtpark zur Wahlkampf-Arena werden lassen. Moderator Christoph Dannowski plauderte mit den OB-Kandidaten von AfD, Linken, Piraten und der Parteilosen Iyabo Kaczmarek.

Im Vergleich zu Marc Hansmann (SPD), Eckhard Scholz (CDU) und Belit Onay (Grüne) dürften die Chancen der vier eher gering sein. Wohl keiner von ihnen wird die Stichwahl erreichen. Wie viele Stimmen sie den drei Mitbewerbern abnehmen, könnte allerdings den Ausschlag geben.

„Mit leichtem Drall nach rechts“

„Relativ mittig, mit einem leichten Drall nach rechts“ – so hat sich Jörn König beschrieben. „Man müsse den etablierten Parteien Druck machen“, erklärt er sein Engagement für die Rechtspopulisten. Das hat in seiner eigenen Familie durchaus für hitzige Diskussionen gesorgt. König (51, Ingenieur und Bundestagsabgeordneter) gab zu, dass sein Vater in der SED war und der Linkspartei nahesteht.

Hannover zum sicheren Hafen machen“

„Ein kleines Kind, herausgerutscht aus der Rettungsweste und ertrunken vor den Augen jener, die es retten wollten“ – Pirat Adam Wolf erklärte, warum er Hannover zum sicheren Hafen machen will. Er war Kapitän auf der „Seawatch“. Wolf (54, in der Erwachsenenbildung tätig) will Politik direkt für die Menschen machen, ihnen zuhören und helfen.

Souveräner Frauen-Konter

„Eine Stadt für alle“ gibt Linken-Kandidatin Jessica Kaußen als ihr Thema aus. Die Frage, wie sie den OB-Job mit Arbeit, Studium und der Erziehung ihrer zweijährigen Tochter kombinieren könne, konterte sie souverän: „Solche Fragen stellt man nur Frauen.“ Schließlich sei auch Pirat Wolf alleinerziehender Vater. „Unbegreiflich“ sei, warum SPD, CDU und Grüne keine Frau aufgestellt hätten.

 Einsatz für Vielfalt

Das Gefühl, für die Stadt verantwortlich zu sein, habe sie dazu gebracht anzutreten, sagt Iyabo Kaczmarek (45, parteilos, Kulturmanagerin). „Ich brenne dafür, was ich glaube.“ Von ihrer Mutter, die aus Oberschlesien stammt, habe sie schon „Dialog im Austausch“ gelernt. Von ihrem Vater, der Wurzeln in Nigeria hat, Offenheit, Vielfalt und Denken über Grenzen hinweg.

Das größte Kompliment machte König der Stadt Hannover. Hier lasse es sich drei Mal besser leben als in Berlin. Kaußen nannte als dringlichste Aufgabe, den Wohnungsmangel zu beheben. Wolf versprach ein Dezernat für ältere Menschen einzurichten, denn für sie werde zu wenig getan. Buhrufe erntete der AfD-Kandidat auch. Sie wurden laut bei seiner Antwort, er werde die Flüchtlingsunterkunft am Waterloo-Platz entfernen. Die Container beschädigten das Denkmal. Und: Jeder müsse sicher nach Hause gehen können.

Alle vier Bewerber für das Amt des Verwaltungschefs sind sicher: „Ich kann Oberbürgermeister!“ Ob ihnen das auch der Wähler zutraut, wird sich am 27. Oktober entscheiden. Erst mal gab es wohlwollenden Applaus für die kurze, muntere Kennenlern-Runde.

Wie es beim ersten Donnerstags-Rendezvous im Stadtpark lief, könnt ihr hier in unserem Liveblog lesen.

Von Vera König